Pressemeldungen Archiv 2017

17.03.17ukm/cf

Das eigene Ich ein bisschen zurücknehmen

Angehörigenberatung am UKM / Kostenfreie Beratung und individuelles Pflegetraining / Pflegeexperten des Demenzsensiblen Krankenhauses unterstützen Angehörige

Individuelle Beratung: Sandra Großmann (l.) und Liane Janßen (r.) von der Angehörigenberatung machen einen Qualitätscheck beim Ehepaar Miletic zu Hause.

Wenn ein Patient nach Hause entlassen wird, stehen die pflegenden Angehörigen vor einer großen Aufgabe. Das weiß auch Zdenko Miletic. Seine Frau Sonja erhielt vor rund zwei Jahren die Diagnose Demenz. „Mittlerweile muss ich ihr bei vielen alltäglichen Handgriffen helfen“, beschreibt der Borkener. „Da muss man das eigene Ich ein bisschen zurücknehmen.“ Am UKM (Universitätsklinikum Münster) erfuhr Miletic von der kostenlosen Angehörigenberatung. Das Modellprojekt wird von der Stabstelle Demenzsensibles Krankenhaus und der Klinik für Neurologie durchgeführt.

„Wir unterstützen Angehörige mit unserer Arbeit und bereiten sie auf die häusliche Pflege vor“, erklärt Prof. Thomas Duning, Leiter der Stabstelle Demenzsensibles Krankenhaus am UKM und Oberarzt der Neurologie. Die Familiale Pflege entstand aus einer Kooperation der AOK Rheinland/Hamburg und der Universität Bielefeld. Seit das Projekt im Dezember letzten Jahres am UKM umgesetzt wird, haben die Pflegeexperten rund 50 Angehörigen zur Seite gestanden. Um eine gute Betreuung zu gewährleisten, setzt das Programm schon vor der Entlassung der Patienten an. Beratungsgespräche und Pflegeübungen können so bereits am UKM durchgeführt werden, um Sicherheit für den Schritt ins häusliche Umfeld zu schaffen. Liane Janßen, Pflegeberaterin, klärte Zdenko Miletic noch während des stationären Aufenthalts seiner Frau über die Möglichkeiten auf. „Man muss ja nicht nur beim Anziehen oder der Körperpflege helfen, sondern zum Beispiel auch ganz anders kommunizieren“, so Janßen.

Das Modellprojekt beinhaltet auch einen Qualitätscheck zu Hause, der vor oder bis zu sechs Wochen nach der Entlassung möglich ist. Dafür fahren die Pflegeberaterinnen auch bis nach Borken. „Ich bin froh über die Unterstützung“, erzählt Miletic „Sogar nach der Entlassung lässt man uns nicht allein.“ Pflegeberaterin Sandra Großmann erklärt: „Das Haus der Miletics hat beispielsweise viele Treppen. Wenn die Erkrankung voranschreitet, kann es sein, dass Herr Miletic seine Frau körperlich mehr unterstützten muss.“ Die examinierten Pflegekräfte weisen während ihres Besuchs auf Gefahrenherde hin und zeigen einige Hilfestellungen, wie man zum Beispiel den Einstieg in die Badewanne erleichtert. „Manchmal klappt´s noch alleine, aber manchmal eben auch nicht. Dann ist es gut zu wissen, wie ich meiner Frau helfen kann“, so Miletic.

In ganzheitlichen Pflegekursen lernen Angehörige und Interessierte dann alles Wissenswerte zu Lagerungstechniken, Sturzvorbeugung und Körperpflege und tauschen sich mit anderen Betroffenen aus. Ende des Monats will auch Herr Miletic so einen Kurs besuchen: „Wer weiß schon, was in vier Jahren ist. Deshalb bereite ich mich jetzt vor.“ Mehr Informationen zur Angehörigenberatung finden Sie auf der UKM-Internetseite.

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