Vaterschaftstests und andere Abstammungsuntersuchungen

Abstammungsuntersuchungen und insbesondere Vaterschaftstest werden im Auftrag von Familiengerichten, aber auch von Privatpersonen durchgeführt. Hintergrund können neben der Klärung der Vaterschaft an sich Fragestellungen hinsichtlich des Sorgerechts, der Unterhaltspflicht, Erbschaften oder auch des Familiennachzugs aus einem Land außerhalb der EU sein.
Unser Institut erstellt genetische Vaterschaftstests und andere Abstammungsuntersuchungen nach den strengen Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Abstammungsbegutachtung (DGAB, www.dgab-online.de), den Richtlinien der Gendiagnostik-Kommission und den Vorgaben des internationalen Akkreditierungsstandards DIN EN ISO 17025. Die Qualität und das Fachwissen der Sachverständigen wurde durch ein externes Prüfverfahren der Kommission zur Feststellung der Qualifikation von Abstammungsgutachtern (KFQA, www.kfqa.de) bestätigt.

Wenn Sie einen Vaterschaftstest oder ein anderes Abstammungsgutachten in Auftrag geben möchten, senden Sie bitte das ausgefüllte PDF Auftragsformular (181 KB) an folgende Adresse:

Institut für Rechtsmedizin
Forensische Molekularbiologie
Röntgenstr. 23
48149 Münster


Gerne besprechen wir persönlich den Ablauf und die Aussagekraft des Vaterschafstests bzw. der Abstammungsuntersuchung:

Organisation und Ablauf
Klaudia von der Forst
Telefon: 0251-8358207

Labor
Marianne Schürenkamp
Sabrina Banken
Ulla Sibbing
Telefon: 0251-8355621

wissenschaftliche Leitung
PD Dr. rer. nat. Marielle Vennemann
Telefon: 0251-8355171
Forensische Spurenkunde und DNA-Analyse

Die Analyse forensischer Tatortspuren erfolgt im Auftrag von Justiz und Strafverfolgungsbehörden. Unser Institut hat langjährige Erfahrung in der molekulargenetischen Analyse von Tatortspuren und der Erstattung mündlicher und schriftlicher Gutachten. Wir arbeiten nach den strengen Richtlinien der deutschen Spurenkommission (www.gednap.de) und der internationalen Fachgesellschaft International Society for Forensic Genetics (www.isfg.org). Das Institut ist nach dem internationalen Standard DIN EN ISO 17025 akkreditiert und nimmt regelmäßig erfolgreich an den GEDNAP-Ringversuchen der Spurenkommisssion zur externen Qualitätsüberprüfung teil.

Ablauf

Dem Labor werden Asservate (Tatortspuren) überbracht, die zunächst durch äußere Inaugenscheinnahme hinsichtlich DNA-haltiger Spuren analysiert werden. Mögliche Speichel-, Blut- oder Spermaanhaftungen werden mit Hilfe geeigneter Spurenvortests erkannt und für eine DNA-Analyse vorbereitet. Hautschüppchen und Haare werden durch Abklebung oder Absammeln gesichert; bei Verdacht auf Hautkontaktspuren mit zellfreier DNA werden Abriebe auf Tupfer angefertigt.
Anschließend wird DNA aus diesem Material extrahiert und quantifiziert. Mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) erfolgt eine Amplifikation der relevanten DNA-Merkmalssysteme. Derzeit werden 16 autosomale Short Tandem Repeat (STR)- Marker analysiert und mittels Kapillarelektrophorese visualisiert. Die Kombination aller Merkmale der 16 STR-Marker wird als DNA-Profil oder DNA-Identifizierungsmuster bezeichnet. In besonderen Fällen (z.B. Sexualdelikte) kommen auch Y-chromosomal lokalisierte STR-Marker zum Einsatz. Sollte extrem wenig DNA zu erwarten sein (z.B. einzelne, telogene Haare) werden mitochondriale DNA-Merkmale analysiert.
Die Zuordnung einer Tatortspur zu einem möglichen Spurenverursacher erfolgt über einen Vergleich der festgestellten DNA-Profile. Im Falle einer Merkmalsübereinstimmung zwischen Tatortspur und möglichem Spurenverursacher erfolgt eine biostatistische Berechnung des Beweiswertes dieser Übereinstimmungen. Sollte kein möglicher Spurenverursacher bekannt sein, wird das DNA-Profil in die DNA-Analysedatei (DAD) des Bundeskriminalamtes eingestellt. Übereinstimmungen zwischen diesen Profilen und DNA-Profilen von Personen aus der DAD werden ebenfalls biostatistisch bewertet.

Ansprechpartner

wissenschaftliche Leitung
PD Dr. rer. nat. Marielle Vennemann
Telefon: 0251-8355171

Wissenschaftlerinnen
Hannah Holtkötter, MSc
Kristina Schulze Johann, MSc
Kristina Schwender, MSc
Telefon: 02518355 -623 oder -159

Labor
Marianne Schürenkamp
Sabrina Banken
Ulla Sibbing
Telefon: 0251-8355621
Identitätsfeststellungen

Durch einen Vergleich von DNA-Profilen kann die Identität unbekannter Verstorbener überprüft und gesichert werden. Als mögliches Vergleichsmaterial eignen sich Gegenstände wie Zahnbürsten, Haarbürsten, Rasierapparate oder ähnliches aus dem persönlichen Gebrauch der mutmaßlichen Person oder Vergleichsspeichelproben nahe verwandter Personen.