Virus: Cytomegalievirus

Das Cytomeglievirus verursacht bei immunkompetenten Personen im Rahmen von Primärinfektionen ein sehr unspezifisches, manchmal mononukleoseähnliches Krankheitsbild. Differentialdiagnostisch relevant werden CMV-Infektionen unter klinischen Bedingungen, die mit einer Immunsuppression einhergehen, sowie bei Infektionen in der Schwangerschaft bzw. des Neugeborenen.

Diagnostische Verfahren bei:

  • Verdacht auf konnatale bzw. perinatale CMV-Infektion:
    Spezialverfahren zur Anzucht in Zellkultur (sog. immediate-early-Antigennachweis) im Urin.
    Aufgrund der immunologischen Unreife des Immunsystems des Neugeborenen repliziert CMV im Falle einer Infektion des Kindes so stark, dass das infektiöse Virus mit o.g. Verfahren im Urin problemlos nachgewiesen werden kann. Eine weitere Diagnostik (wie z.B. PCR) ist nur bei dringendem Verdacht und negativem Ausfall des o.g. Testes indiziert.

  • Verdacht auf CMV-Infektion während der Schwangerschaft:
    Im Rahmen der fortschreitenden physiologischen Immunsupppression während der Schwangerschaft kommt es bei 1/4 bis 1/3 aller CMV-IgG-positiven Schwangeren während des letzten Trimenons zu einer endogenen CMV-Reaktivierung, die keine Indikation für eine Interruptio darstellt. Für die Frucht gefährlich sind Primärinfekte, die sich leider nur schwer von endogenen Reaktivierungen abgrenzen lassen. Die folgenden Untersuchungen sollten durchgeführt werden:

    1. Antikörperbestimmung im mütterlichen Blut (IgG, IgM, IgA und Neutralisationstest, ggf. auch Aviditätsbestimmung).
    2. Spezialverfahren zur Virusanzucht in Zellkultur (Immediate-early-Antigennachweis) aus Fruchtwasser.
    3. CMV-PCR aus Fruchtwasser.
    4. Nach Rücksprache: CMV-IgM-Bestimmung im Nabelschnurblut.


    Bitte informieren Sie uns bei Verdacht auf CMV-Infektion während der Schwangerschaft über unsere Hotline!

  • Hepatitis:
    Antikörperbestimmung im Serum. Nur sinnvoll im Rahmen einer breiteren Abklärung, s. hierzu auch unseren Untersuchungsgang Hepatitis.

  • CMV-Erkrankungen unter Immunsuppression:
    Hierzu zählen in der Hauptsache:

    1. Pneumonie.
    2. Transplantatabstossung.
    3. Graft versus host Reaktion.
    4. Retinitis.
    5. Meningoenzephalitis bei AIDS.
    6. Ösophagitis, Enteritis, Poktitis.


    Folgende Verfahren sind in diesen Fällen indiziert:

    1. CMV-Antigenämietest (pp65, Heparinblut!)
    2. Quantitative PCR (EDTA-Blut).
    3. Anzuchtversuch aus Proben vom klinisch vermuteten Infektionsort (z.B. BAL, Liquor, Kammerwasser, Stuhl).
    4. Quantitative PCR aus Proben vom klinisch vermuteten Infektionsort (auch Biopsate). Bitte senden Sie für diesen Untersuchungsgang auch immer eine parallel entnommene EDTA-Blutprobe ein!

    Antikörperbestimmungen bei immunsupprimmierten Patienten sind von geringer diagnostischer Aussagekraft, da die Ergebnisse meistens keine Rückschlüsse auf die ätiologische Relevanz und die Indikation für eine virustatische Therapie zulassen.