Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Kontinenz- und Beckenbodenzentrum


Der Bereich Urogynäkologie der Frauenklinik bildet einen Teil des interdisziplinären UKM Kontinenz- und Beckenbodenzentrums des Universitätsklinikums Münster bestehend aus Urologen, Neurologen, Chirurgen und Internisten. Rezertifiziert im Jahr 2010 zum Kontinenz- und Beckenbodenzentrum durch die Deutsche Kontinenzgesellschaft.

Viele Frauen leiden unter einer Blasenschwäche (Harninkontinenz) und Senkungsleiden, aber niemand spricht gerne darüber. Und dies, obwohl über 40 % der Frauen über 50 Jahre an Inkontinenz leiden. Ein ebenso häufig vorkommendes Krankheitsbild in Kombination mit der Inkontinenz oder für sich allein genommen stellen Senkungsbeschwerden dar. Viele sowohl jüngere als auch ältere Patientinnen "arrangieren" sich unnötigerweise mit ihrer Krankheit, teils aus Scham, teils aus Unkenntnis über die mittlerweile zahlreich vorhandenen konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten. Gar nicht selten kommt es auch nach Geburten zu Problemen dieser Art, so dass die betroffenen Patientinnen sachliche Informationen, gute Beratungen und kompetente Behandlungen benötigen.
Innerhalb der Abteilung bieten wir die gesamte Diagnostik und Therapie von Funktionsstörungen des Beckenbodens, der Blasenspeicherung und -entleerung, der Harn- und Stuhlinkontinenz, sowie alters- und hormonbedingten urogenitalen Gewebs- und Funktionsveränderungen an. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Diagnostik und Therapie von Harnwegsinfektionen, schwangerschafts- und geburtsbedingten Veränderungen der ableitenden Harnwege und angeborenen Veränderungen des Urogenitaltraktes. Zahlreiche nicht operative Behandlungskonzepte stehen zur Verfügung:

  • Elektrostimulationsbehandlung
  • Biofeedbacktraining
  • Pessartherapie
  • Krankengymnastik
  • Medikamenteneinnahme

Sollten diese Therapien versagen oder die Patientinnen primär eine operative Therapie benötigen, werden sie über die geeigneten operativen Behandlungsformen aufgeklärt.

  • Vaginale (z.B. Blasenboden-, Beckenboden-, Dammplastik)
  • abdominale Operationsverfahren (z.B. Marshall-Marchetti-Krantz, Modifikation Burch-Hirsch)

Neben dem bewährten TVT-Verfahren ('Harnröhren-Bändchen' bei Inkontinenz) hat die urogynäkologische Abteilung zur Korrektur der Scheiden- und Gebärmuttersenkung seit Februar 2010 Operationsmethoden eingeführt, wie sie im europäischen Ausland und Australien seit über zehn Jahren zum Einsatz kommen. In Anlehnung an die seit Jahrzehnten bewährte operative Behandlung von Leistenbrüchen können wir Bindegewebe dort, wo es zerstört ist, direkt durch sehr dünne und weiche Kunststoffnetze ersetzen. Das bedeutet im Vergleich zu den herkömmlichen Methoden:

  • Wiederherstellung der ursprünglichen Anatomie von Beckenboden und Scheide
  • Damit wird dem Beckenboden als funktionelle Einheit eines komplizierten Gesamtgefüges in hohem Maß Rechnung getragen
  • Gewährleistung eines elastischen und spannungsfreien Systems.

Vorteile für die Patientin

  • Postoperative Schmerzen sind erheblich reduziert
  • Keine unkontrollierten Vernarbungen mit unvorhersehbaren Beschwerden
  • Deutlich schnellere Genesung (stationäre Behandlung 3-8 Tage)
  • Die Gebärmutter kann häufig erhalten werden
  • Das Ersatzgewebe wird in der Regel durch die Scheide implantiert, also ohne Bauchschnitt. 

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KONTAKT


Urogynäkologische Sprechstunde ("Beckenbodensprechstunde")

Dr. med. Felix Strube
Leiter des Bereichs Urogynäkologie
Email: felix.strube@ukmuenster.de

Anmeldung: Hildegard Dirks-Haubrock

Terminvergabe: Mo. - Fr. 8:00 - 15:30 Uhr

Sprechzeiten: n. V.

Telefon: +49 (0)251 / 83 - 48015

Informationen


Infoflyer zum PDF Download (886 KB)

Deutsche Kontinenzgesellschaft