Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Fluoreszenzdiagnostik

Die Schwierigkeit der Diagnostik von Endometriose-Herden besteht in deren unterschiedlichen Erscheinungsformen. So können Endometriose-Herde beispielsweise mit Entzündungen oder Verwachsungen verwechselt werden. Dies liegt nicht unbedingt an einem unaufmerksamen Auge des untersuchenden Arztes, sondern an der Lichtquelle, da sich bei dem normalerweise bei einer Bauspiegelung eingesetztem Weißlicht kleine, aber dennoch womöglich sehr aktive Endometriose-Herde nicht entsprechend abheben.

LaparaskopieStatt der herkömmlichen Weißlicht-Diagnostik setzten wir auf ein Fluoreszenz-Verfahren, das zum Nachweis von Harnblasen- oder Hirntumoren in der Urologie und in der Neurochirurgie bereits etabliert ist. Statt mit weißem wird hier mit blauem Licht gearbeitet, in dem sich die aktiven Endometriose-Herde leuchtend rot abheben und damit sehr viel deutlicher erkannt werden können. Damit es zu diesem Aufleuchten kommt, nehmen die Patientinnen zehn bis 14 Stunden vor der Bauchspiegelung vermischt mit einem Saft ein bestimmtes körpereigenes Präparat zu sich, die so genannte 5-Aminolävulinsäure. Dieser Stoff lagert sich in Gewebezellen ein und wird dort zu Protoporphyrin IX umgebaut, ein Wirkstoff mit der Eigenschaft, unter Einwirkung von blauem Licht zu fluoreszieren.

Auf diese Weise können im Rahmen einer Bauchspiegelung gezielt die Endometriose-Herde abgetragen werden, von denen die Beschwerden ausgehen und die bei Nichtbehandlung weiter wachsen und weitere Komplikationen nach sich ziehen können. Das Fluoreszenz-Methode löst die herkömmliche Weißlicht-Diagnostik nicht ab, sondern stellt vielmehr ein wichtiges Zusatzverfahren dar. Beide Verfahren erfolgen im Rahmen derselben Bauchspiegelung, es wird dabei lediglich von Weißlicht auf Blaulicht umgeschaltet.

PD Dr. med. O. Buchweitz, Leiter der gynäkologischen Endoskopie, gehörte zur bundesweit ersten Arbeitsgruppe, die an der Uni-Klinik in Lübeck die Anwendung des Fluoreszenz-Verfahrens bei Endometriose entwickelt und im Rahmen einer klinischen Studie überprüft hat. Die Unifrauenklinik Münster bietet neben zwei weiteren Kliniken in Deutschland diese Technik als einzige an.
Laparoskopie in Spinalanästhesie

Die Spinalanästhesie gehört zu den Narkoseformen, bei denen nur eine Körperregion betäubt wird. Sie ist also eine örtliche Narkose oder Regionalanästhesie. Das Narkosemittel wird in den so genannten Subarachnoidal-Raum injiziert. Dieser mit Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit gefüllte Raum befindet sich zwischen zwei Häutchen, die zusammen die weiche Rückenmarkshaut bilden. Die Spinalanästhesie erzeugt eine Schmerzfreiheit des unteren Bauchraumes und der unteren Extremitäten. Ein Vorteil dieser Methode ist die zügigere Rekonvaleszenz.

 
 
 
 
 
 
   
 

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