30.09.09mfm / tb

Eine Million Euro für Ausbau der Rheumatologie: Wyeth stiftet neue Professur

Begrüßten Prof. Jacobi in Münster (v.l.n.r.): Dekan Prof. W. Schmitz (WWU), Prof. N. Roeder (UKM) und PD Dr. P.-A. Löschmann (Wyeth) Foto: FMZ/Deiters

Auf rund 1,5 Millionen wird die Zahl der Menschen geschätzt, die in Deutschland an rheumatologischen Erkrankungen leiden. Sie müssen teils lange Wartezeiten in Kauf nehmen, um einen Arzttermin zu bekommen: Es gibt zu wenige Fachärzte mit diesem Schwerpunkt. Dass der Nachwuchs fehlt, liegt auch am Schattendasein, das die Rheumatologie an den Hochschulen führt. An der Universität Münster (WWU) wird das Fachgebiet daher nun ausgebaut: Ab Oktober gibt es dort eine eigene Professur für Rheumatologie, auf die die Berlinerin Dr. Annett Jacobi berufen wurde.
Gestiftet wurde die neue Professur an der Medizinischen Fakultät der WWU von dem forschenden Arzneimittelunternehmen Wyeth Pharma. Das in Münster ansässige Unternehmen unterstützt die Professur und die drei zugehörigen Halbtagsstellen über fünf Jahre mit insgesamt einer Million Euro. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ergänzt diese Summe mit weiteren 75.000 Euro. „In Deutschland gibt es noch zu wenig Wissenschaftler, die in der Rheumatologie forschen. Daher liegt uns sehr daran, die klinische Forschung und Ausbildung auf diesem Gebiet zu fördern", begründet Priv.-Doz. Dr. med. Peter-Andreas Löschmann, Medizinischer Direktor und Leiter der klinischen Forschung von Wyeth Pharma die Entscheidung des Unternehmens. Im Bereich der Grundlagenforschung und der rheumatologischen Versorgung gebe es nach wie vor viel zu tun, so Löschmann: „Nur so besteht für die Patienten die Aussicht auf eine frühzeitige Diagnosestellung und Behandlung, die für eine gute Prognose unverzichtbar ist.“
Die Entzündungsmedizin, zu der die Rheumatologie fachlich gehört, ist einer von fünf Forschungs- und Behandlungsschwerpunkten der münsterschen Hochschulmedizin. Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Wilhelm Schmitz, sieht in der Stiftungsprofessur daher eine willkommene Verstärkung: „Damit können wir den ohnehin schon starken Schwerpunkt weiter ausbauen.“ Bundesweit gebe es an den Hochschulen erst 13 Professuren, die sich speziell mit der Rheumatologie befassen, zitiert er eine Erhebung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). In Nordrhein-Westfalen, das mit 18 Millionen mehr Einwohner hat als die Niederlande, sei die nun eingerichtete Professur erst die zweite. „Schon deshalb hat sie für uns einen sehr hohen Stellenwert“, so Schmitz.
Neben der Möglichkeit zum Ausbau der rheumatologischen Forschung sieht er einen weiteren Vorteil im Bereich der Lehre. In Deutschland praktizierten lediglich 600 internistische Rheumatologen – und damit weniger als halb so viele, wie laut DGRh für eine ausreichende medizinische Versorgung notwendig wären. Tendenz: rückläufig: „Das Interesse an einem bestimmten Fachgebiet kann und sollte man schon im Studium wecken“, hofft der Dekan über eine intensivierte rheumatologische Lehre künftig mehr Nachwuchs für das Fach gewinnen zu können.
Hohe Erwartungen knüpft auch der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Münster (UKM), Prof. Norbert Roeder, an die neu geschaffene Professur. Prof. Jacobi wird eingebunden sein in die Krankenversorgung am UKM. Ihre Stelle ist angesiedelt an der Medizinischen Klinik D (Allgemeine Innere Medizin sowie Nieren- und Hochdruckkrankheiten und Rheumatologie) unter Leitung von Prof. Hermann Pavenstädt, die ihrerseits eng mit weiteren Kliniken und Instituten zusammenarbeitet. Am UKM absolvieren aber auch viele Mediziner ihre Facharzt-Fortbildung oder Weiterbildungen. „Somit profitiert neben den Patienten auch der fachliche Austausch mit den Kollegen vom Ausbau der Rheumatologie“, sagt Roeder.
Die Inhaberin der neuen Professur, Dr. Annett Jacobi, wechselt vom Berliner Universitätsklinikum Charité nach Münster. Nach ihrem Medizinstudium in der Hauptstadt arbeitet sie dort seit 2006 als Fachärztin für Innere Medizin. Durch ihre ärztliche Tätigkeit, ihre in rund 30 Fachveröffentlichungen publizierten Forschungen sowie die Mitwirkung in Fachverbänden hat sie sich, obgleich erst 36 Jahre alt, bereits einen Ruf als ausgewiesene Rheumatologie-Expertin erworben. Jacobis wissenschaftlicher Schwerpunkt ist der systemische Lupus erythematodes (SLE). Verbesserte Möglichkeiten zur Klassifikation von Lupus-Patienten und damit neue sowie individuelle Therapiewege zu finden, wird auch in Münster ein Hauptziel ihrer Arbeit sein.
Mit der von Jacobi übernommenen Stiftungsprofessur setzt Wyeth Pharma eine enge und bereits seit vielen Jahren bestehende Zusammenarbeit mit der Universität Münster fort. „Mit der Einrichtung einer neuen Stelle an der Medizinischen Fakultät hoffen wir, den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Münster durch kompetente Nachwuchswissenschaftler weiter auszubauen“, sagt Dr. Löschmann. Die Stiftungsprofessur sei eines von mehreren Projekten des Arzneimittelunternehmens in diesem Bereich: Auf nationaler Ebene habe Wyeth Pharma die Initiative „Zukunft Rheumatologie“ ins Leben gerufen (www.zukunft-rheumatologie.de). Die Initiative unterstütze Forschung und ärztliche Weiterbildung im Bereich der Rheumatologie, mit dem Ziel, mehr Ärzte für den Fachbereich zu gewinnen und die Versorgungsqualität in Deutschland zu verbessern.

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