02.10.09ukm/dre

Niederrheinisch-Westfälische Chirurgen vergeben Preis an Dr. Emile Rijcken

„Analfistel-Plug“ bietet neue Therapieoption für Morbus Crohn-Patienten mit perianalem Fistelleiden / Studie vorgestellt

Dr. Emile Rijcken

Dr. Emile Rijcken

Münster (ukm/dre). Die Vereinigung Niederrheinisch-Westfälischer Chirurgen hat Dr. Emile Rijcken, Funktionsoberarzt der Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Universitätsklinikums Münster (UKM) bei ihrer Jahrestagung in Wuppertal im September ausgezeichnet. Der UKM-Mediziner erhielt den Posterpreis der Vereinigung für seine Studie über ein neues Verfahren zum Verschluss von Analfisteln bei Morbus Crohn-Patienten.

Hintergrund der Studie von Dr. Rijcken: Bis zu 40 Prozent der Morbus Crohn-Patienten in Deutschland leiden unter Analfisteln. Diese sollen sowohl internistisch mit immunsuppressiven oder antibiotischen Medikamenten als auch chirurgisch operativ behandelt werden. Eine operative Entfernung der Fisteln kann aber unter Umständen zur Inkontinenz führen, da hierbei der Schließmuskel verletzt werden kann. Eine neue Behandlungsoption für diese Patientengruppe kann der Einsatz eines „Analfistel-Plugs“ sein. Dabei handelt es sich um eine Art Kegel aus porcinem Kollagen, der in den Fistelgang implantiert wird. Dr. Rijcken: „Diese Gewebematrix wird nach ca. sechs Monaten durch den Körper abgebaut und stellt eine risikoärmere operative Behandlung für die Patienten dar. Zugleich kann die medikamentöse Therapie während der Behandlung fortgeführt werden. Es ist ein viel versprechendes Verfahren, bei dem die Gefahr einer Inkontinenz bei geeigneten Patienten deutlich gesenkt werden kann.“

Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine chronische Entzündung des Verdauungstrakts. Bei den meisten Patienten ist der letzte Abschnitt des Dünndarms betroffen. Der Krankheitsbeginn liegt oft in der Jugend bzw. im jungen Erwachsenalter. Nach Schätzungen der Deutschen Morbus Crohn/ Colitis ulcerosa Vereinigung Deutschland (DCCV) sind in Deutschland zwischen 100.000 und 165.000 Menschen betroffen. „Rund die Hälfte dieser Patienten entwickeln im Krankheitsverlauf Analfisteln. Speziell für diese Gruppe kann diese neue Behandlungsmethode eine wichtige Option darstellen“, so Dr. Rijcken. Die Behandlung von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ist am UKM ein interdisziplinärer Schwerpunkt der Medizinischen Klinik B und der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Informationen zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: www.dvvc.de

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