22.10.09ukm /dre

Bundeskongress „Sozialarbeit im Gesundheitswesen“ mit über 450 Teilnehmern erstmals in Münster

Kurlemann: „Klinische Sozialarbeit sichert Kontinuität der Versorgung“ / Leitthema „Gesundheit sozial gestalten“

Wie geht es nach einem Klinikaufenthalt weiter? Die Patientenberatung zählt zu den Kernaufgaben des Sozialdienstes. Foto: DVSG

Wie geht es nach einem Klinikaufenthalt weiter? Die Patientenberatung zählt zu den Kernaufgaben des Sozialdienstes. Foto: DVSG

Münster (ukm/dre). Über 450 Teilnehmer werden am 29. Oktober zum zweitägigen Bundeskongress der „Deutschen Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen e.V.“ (DVSG) in Münster erwartet. Der DVSG-Bundeskongress ist die bundesweit größte Tagung zum Themenkomplex der psychosozialen Versorgung im Gesundheitswesen. Die klinische Sozialarbeit steht aktuell vor großen Herausforderungen: „Es gibt immer mehr ältere und chronisch kranke Menschen, die einen hohen Unterstützungsbedarf haben, gleichzeitig zerfallen traditionelle Hilfsnetzwerke wie Familien. Speziell bei der Einleitung von Reha-Maßnahmen und der Koordination weiterer Unterstützungsleitungen nach einem Klinikaufenthalt wächst daher die Bedeutung der klinischen Sozialarbeit“, betont Ulrich Kurlemann, Erster Vorsitzender der DVSG und Leiter der Stabsstelle „Sozialdienst / Case Management“ am Universitätsklinikum Münster (UKM).

So werden alleine am Universitätsklinikum Münster über den Sozialdienst, in dem 17 Mitarbeiter somatisch wie psychiatrisch Erkrankte beraten, jährlich u.a. über 3.000 Reha-Maßnahmen eingeleitet und im Jahr 2008 über 13.000 Gespräche mit Patienten und Angehörigen geführt, um die Schnittstelle zwischen dem Klinikaufenthalt und der poststationären Behandlung optimal zu gestalten. Kurlemann: „Eine wichtige Aufgabe der klinischen Sozialarbeit ist es, die Versorgungskontinuität zu sichern. Dazu zählt nicht nur das Einleiten von Reha-Maßnahmen, sondern auch das Knüpfen sozialer Netzwerke, die Vermittlung von Hilfen im Alltag und anderer Hilfeleistungen, die in der Sozialgesetzgebung verankert sind und die den Bedürfnissen und Wünschen der betroffenen Menschen entsprechen.“

Mit dem Titel des Kongresses „Gesundheit sozial gestalten“ werde zudem ganz bewusst auf die Notwendigkeit hingewiesen, das bislang medizinisch dominierte Gesundheitswesen noch stärker um ganzheitliche Modelle von Gesundheit und Krankheit zu erweitern. „Menschen geraten durch ein schweres Krankheitsereignis, z.B. eine Tumorerkrankung oder nach einer Transplantation, oft an einen Wendepunkt ihrer Biografie. In diesen einschneidenden, oft lebensbedrohenden Situationen besteht neben den medizinischen und pflegerischen Leistungen ein hoher Bedarf an psychosozialer Unterstützung, der zur Zeit aber häufig nicht adäquat gedeckt wird oder als nachrangig angesehen wird. In den letzten Jahren wurden hierfür entscheidende Weichen gestellt, nun muss dies konsequenter in die Praxis umgesetzt werden. Die Möglichkeiten dazu, aber auch die Probleme, wollen wir auf dem Kongress vorstellen und diskutieren“, betont Kurlemann.

Dabei ist der Leiter des UKM-Sozialdienstes überzeugt: „Die Rolle der klinischen Sozialarbeit als dritte Säule der Patientenversorgung neben Medizin und Pflege wird zunehmen, denn die alternde Gesellschaft und das veränderte Krankheitsspektrum hin zu mehr chronischen Erkrankungen wird zu neuen Herangehensweisen im Gesundheitswesen führen müssen. Künftig wird weniger die endgültige Heilung von Krankheiten im Mittelpunkt stehen als vielmehr die Bewältigung von Krankheitsfolgen wie Behinderung und Pflegebedürftigkeit. Das führt zu einem wachsenden Bedarf an Rehabilitation, Pflege und alltagsnaher Unterstützung. Neben der stärkeren Verankerung psychosozialer Leistungen im Gesundheitswesen wird eine entscheidende Herausforderung künftig auch sein, diese Aufgabe bei einem bestehenden hohen Kostendruck patientenorientiert zu koordinieren. Gerade die Vernetzung, Koordination und Kooperation sind wesentliche Aufgabenbereiche im Gesundheitswesen und von je her Bestandteile sozialarbeiterischen Handelns.“

Der Kongress beginnt am 29. Oktober um 10 Uhr in der Halle Münsterland und endet am 30. Oktober.

An beiden Tagen des Kongresses werden in jeweils sechs thematischen Foren aktuelle Themenkomplexe aus der Sozialarbeit im Gesundheitswesen vertiefend behandelt.

In der Eröffnungsveranstaltung am 29. Oktober werden Thomas Bublitz (Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken), Gudrun Gille (Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe), Dr. Cornelia Goesmann (Vizepräsidentin der Bundesärztekammer), Dr. Rudolf Kösters (Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft) sowie Sibylle Kraus (Expertin für Gesundheitspolitik im Vorstand der DVSG) zur künftigen Kooperation der Berufsgruppen im Gesundheitswesen diskutieren.

Das Kongressprogramm kann bei der DVSG-Bundesgeschäftsstelle, Tel: 0 61 31 / 22 24 22, Email: info@dvsg.org angefordert werden. Ausführliche Informationen zum Kongress auch im Internet unter www.dvsg-bundeskongress.de und zum Fachverband unter www.dvsg.org

Informationen zum Sozialdienst am UKM gibt es hier.
</o:p>

<- Zurück zu: Archiv 2009
 
 
 
 
 
 
   
 

Presseverteiler

Wir nehmen Sie als Medienvertreter gerne in unseren Presseverteiler auf. Schicken Sie uns einfach eine Mail

Folgen Sie uns bei Twitter

Logo twitter

Alles rund um die Universitätsmedizin Münster finden Sie unter

 twitter.com/UK_Muenster.

Pressevideos

Kontakt

Dagmar Mangels
Leiterin Unternehmenskommunikation
T +49 251 83-55866
dagmar.mangels(at)­ukmuenster(dot)­de

Anja Wengenroth
Externe Kommunikation
T +49 251 83-55800
M +49 170 5420566  
anja.wengenroth(at)­ukmuenster(dot)­de

Marion Zahr
Externe Kommunikation
T +49 251 83-53444
M +49 151 15607459
marion.zahr(at)­ukmuenster(dot)­de

Dr. Thomas Bauer
Referent für Forschung und Lehre sowie Alumniarbeit
T +49 251 83-58937
thomas.bauer(at)­ukmuenster(dot)­de