06.10.10ukm/jb/sh

Pilzvergiftung: UKM-Mediziner umgehen Lebertransplantation

Patientinnen nach Pilzverzehr außer Lebensgefahr / Spezielle Dialyse vertreibt Gift aus der Leber

Prof. Dr. Gert Gabriëls (Klinik für Innere Medizin D) erläutert die Funktionsweise der MARS-Dialyse.

Prof. Dr. Gert Gabriëls (Klinik für Innere Medizin D) erläutert die Funktionsweise der MARS-Dialyse.

Erfolgreiche Zusammenarbeit: Prof. Dr. Gert Gabriëls (Klinik für Innere Medizin D) und Dr. Peter Baier (Klinik für Transplantationsmedizin) nutzten das Fachwissen beider Kliniken für die Behandlung der Patientinnen.

Erfolgreiche Zusammenarbeit: Prof. Dr. Gert Gabriëls (Klinik für Innere Medizin D) und Dr. Peter Baier (Klinik für Transplantationsmedizin) nutzten das Fachwissen beider Kliniken für die Behandlung der Patientinnen.

Die Patientinnen, die seit dem Wochenende im Universitätsklinikum Münster (UKM) auf Grund akuten Leberversagens nach dem Verzehr giftiger Pilze behandelt werden, sind außer Lebensgefahr. Für die 55-jährige Frau aus Rheine besteht bereits seit Montag keine Lebensgefahr mehr, der Zustand ihrer 24-jährigen Tochter verbesserte sich am Dienstag. Wegen einer massiven Erhöhung der Leberwerte standen beide Frauen zwischenzeitlich auf der Transplantationsliste von Eurotransplant.

Mittlerweile sind die Patientinnen auf dem Wege der Besserung. „Die Leberwerte sind deutlich gesunken, so dass eine Transplantation nun nicht mehr notwendig ist", sagt Dr. Peter Baier, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Transplantationsmedizin am UKM, die schwerpunktmäßig auch Patienten mit akutem Leberversagen behandelt. Dorthin waren Mutter und Tochter am Samstag bzw. Sonntag verlegt worden, nachdem sie zunächst im Mathias-Spital Rheine behandelt wurden. In Zusammenarbeit mit den Nephrologen der UKM-Klinik und Poliklinik für Innere Medizin D (Allg. Innere Medizin sowie Nieren- und Hochdruckkrankheiten und Rheumatologie) wurden die Frauen mit einer speziellen Leberdialyse auf der internistischen Intensivstation therapiert. „Mittels des so genannten MARS (Molecular Adsorbents Recirculating System) -Verfahrens ist es uns gelungen, die Giftstoffe aus dem Blutkreislauf der Patientinnen zu filtern. Das Blut wird dabei an insgesamt vier verschiedenen Membranen vorbeigeleitet und kann dort seine Moleküle und Giftstoffe abgeben“, erklärt Prof. Dr. Gert Gabriëls, Leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin D, das moderne Verfahren. Diese in Deutschland sehr selten genutzte Dialyseform wird am UKM pro Jahr mehr als 100 Mal angewandt.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit rettet Leben

Die schnelle Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen hat den Frauen das Leben gerettet, sind sich die UKM-Experten sicher. „Die Leberwerte der Patientinnen waren etwa 220-fach erhöht und die Blutgerinnung, für die die Leber zuständig ist, auf rund 20 Prozent abgefallen. Das bedeutet eine erhöhte Gefahr von Spontanblutungen in den inneren Organen“, stellt Dr. Peter Baier die Risiken eines Leberversagens dar. „Nur durch die Leberdialyse können wir bei akutem Leberversagen die Zeit bis zu einer Transplantation überbrücken und in diesem Fall letztendlich sogar vermeiden."

 

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