26.11.10ukm/dre

Nähe zum Kind statt langer Fahrten: 25 Jahre Elternhaus am UKM

Förderverein führt Einrichtung seit 1985 / Angebot in Münster nahm bundesweite Vorreiterrolle ein

Freuen sich über 25 Jahre Elternhaus am UKM, v.l.: Dr. Christoph Hoppenheit (Kaufmännischer Direktor des UKM), Christel Hüttemann und Anette Blomberg (beide Vorstand des Vereins zur Förderung krebskranker Kinder Münster), Prof. Dr. Claudia Rössig (Leitende Oberärztin der UKM-Kinderonkologie) und Prof. Dr. Günther Schellong, der frühere Leiter der UKM-Kinderonkologie.

Freuen sich über 25 Jahre Elternhaus am UKM, v.l.: Dr. Christoph Hoppenheit (Kaufmännischer Direktor des UKM), Christel Hüttemann und Anette Blomberg (beide Vorstand des Vereins zur Förderung krebskranker Kinder Münster), Prof. Dr. Claudia Rössig (Leitende Oberärztin der UKM-Kinderonkologie) und Prof. Dr. Günther Schellong, der frühere Leiter der UKM-Kinderonkologie.

Am 25. November 1985 war es soweit: Die ersten Eltern krebskranker Kinder zogen in das Elternhaus am Universitätsklinikum Münster (UKM) ein. Seit diesem Datum steht für Eltern und Angehörige, die von außerhalb Münsters oder teilweise aus dem Ausland kommen, eine günstige Übernachtungsmöglichkeit in unmittelbarer Kliniknähe zur Verfügung. Durch das Haus können die Eltern täglich ohne aufreibende lange Anfahrten während der medizinischen Behandlung bei ihrem Kind im UKM sein. Initiiert wurde das Projekt vom Verein zur Förderung krebskranker Kinder Münster e.V. in Kooperation mit dem UKM. Noch heute wird das Elternhaus vom Verein geführt und betreut.
„Der Bedarf an Unterkunftsmöglichkeiten für auswärtige Eltern ist immer noch ungebrochen“, erklärt Christel Hüttemann, Vorsitzende des Vereins, aus Anlass des 25-jährigens Jubiläums des Elternhauses.

Insgesamt 22 Zimmer stehen momentan im zweistöckigen Gebäude am Rishon-le-Zion-Ring 26 in direkter Nachbarschaft des UKM zur Verfügung. 15 Euro kostet aktuell ein Zimmer pro Nacht. Die Auslastung des Hauses ist hoch. Alleine seit 2003 ist die Anzahl der Übernachtungen fast um ein Drittel gestiegen: Auch in diesem Jahr werden es wieder über 5.000 Übernachtungen werden. „Das Elternhaus ist eine wichtige Ergänzung zur medizinischen Betreuung der Kinder und Jugendlichen in unserer Klinik. Auch darum sind wir für die Zusammenarbeit, die engagierte Hilfe und Unterstützung des Vereins sehr dankbar und froh“, sagt Dr. Christoph Hoppenheit, Kaufmännischer Direktor des UKM.

Heute gibt es an zahlreichen Klinikstandorten Einrichtungen wie das Elternhaus am UKM. „Vor 25 Jahren gab es solche Angebote kaum. Wir waren das dritte Haus dieser Art in Deutschland überhaupt. Der Bedarf war seinerzeit einfach enorm: Die Eltern übernachteten im Spielzimmer der Station oder in Privatwohnungen, die über den Verein und Pfarrgemeinden organisiert wurden. Nicht selten schliefen Eltern auch im Auto auf dem Klinikparkplatz“, blickt Christel Hüttemann auf die Anfänge zurück. 1982 hatte sich der Verein zur Förderung krebskranker Kinder gegründet, von Anfang an zählte die Schaffung eines Elternhauses zu den Zielen des Vereins.

Im Jahr 1985 ergab sich dann die Möglichkeit, ein ehemaliges Schwesternwohnheim des UKM am Ring für diesen Zweck zu nutzen: Der Verein übernahm die Kosten für die Zimmereinrichtung, Waschmaschinen und Trockner, das UKM sorgte für die komplette Kücheneinrichtung, Bettwäsche und Geschirr und ist für Instandhaltung des klinikeigenen Gebäudes bis heute zuständig. Zuletzt wurde das Haus 2007 grundlegend modernisiert und ein Spielplatz für Kinder angelegt. Auch die zusätzlichen Angebote für die Angehörigen wurden erweitert, z.B. stehen Fahrräder zur Verfügung oder es wurde ein Frühstücksraum eingerichtet. Die Kosten für das Frühstück trägt der Verein. Und auch wenn die Angehörigen in schwierigen finanziellen Situationen nicht die Miete für das Zimmer aufbringen können, wird eingesprungen. Eine vom Verein finanzierte Diplom-Sozialpädagogin ist zudem vor Ort Ansprechpartnerin für die Eltern und Angehörigen.

„Die Nähe zu Eltern und Angehörigen ist während der Behandlungsdauer enorm wichtig. Hier leistet das Elternhaus einen großen Beitrag, gerade wenn Kinder aus ihrer Heimatumgebung gerissen werden und dadurch auch wenig Besuch von Freunden und Bekannten möglich ist“, so Prof. Dr. Claudia Rössig, Leitende
Oberärztin der UKM-Kinderonkologie.

Anette und Manfred Blomberg, beide im Vorstand des Vereins, weisen zudem auf einen weiteren Aspekt des Elternhauses hin: „Die Situation ist für Eltern und Angehörige extrem belastend: Die Krebserkrankung des Kindes ist schon schlimm genug. Und speziell wenn man keine Verwandten oder Freunde in der Nähe hat, ist der Aufenthalt in einer fremden Stadt nicht einfach. Gerade in dieser Situation brauchen die Angehörigen aber auch eine Möglichkeit zum Rückzug, um die Gedanken zu ordnen und Kraft zu tanken. Aber auch der Austausch mit anderen betroffenen Eltern kann helfen. Das wollen wir auch in Zukunft mit dem Elternhaus bieten und sind froh, zusammen mit dem UKM dieses Angebot machen zu können.“

Verein zur Förderung krebskranker Kinder Münster e.V.

Seit 1982 unterstützt der Verein aus Münster Familien mit krebserkrankten Kindern auf vielfältige Weise. Dazu zählen medizinische und psychosoziale Hilfsangebote, Nachsorgeprojekte, Forschungsförderung und Familiennothilfe, das Brückenteam, Trauerarbeit und das Elternhaus. Das ehrenamtliche Engagement des Vereins wird durch Spenden ermöglicht. Aktuell zählt der Verein knapp über 500 Mitglieder.
Informationen zum Verein, zum Elternhaus und Spendemöglichkeiten gibt es im Internet unter www.kinderkrebshilfe-muenster.de.

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