12.07.10ukm/dre

Neu am UKM: Shuntzentrum verbessert Versorgung von Dialysepatienten

Eingriffe werden ambulant vorgenommen / Interdisziplinäre Zusammenarbeit garantiert schnelle Hilfe bei Komplikationen

Die Experten des Shuntzentrums am UKM setzen auf Interdisziplinarität.

Die Experten des Shuntzentrums am UKM setzen auf Interdisziplinarität: Seit Anfang Juli arbeiten Mediziner der Allgemein- und Viszeralchirurgie, der Gefäßchirurgie, der Radiologie, der Angiologie und der Dialysestation der Medizinischen Klinik D (Innere Medizin) des UKM im neuen Zentrum eng zusammen.

Ein neues interdisziplinäres Shuntzentrum am Universitätsklinikum Münster (UKM) verbessert jetzt die Versorgung von dialysepflichtigen Patienten. Im Zentrum arbeiten Experten verschiedener Fachdisziplinen eng zusammen. „Damit gibt es für die Patienten nur noch eine Anlaufstelle von der Shunt-Anlage bis zur schnellen Behandlung von Shunt-Komplikationen“, erklärt Privat-Dozent Dr. Daniel Palmes von der Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des UKM. Neben Shunt-Anlagen erfolgt in dem neuen Zentrum auch die Anlage von Kathetern zur Bauchfelldialyse.

Rund 70.000 Dialysepatienten gibt es in Deutschland, die sich regelmäßig einer Hämodialyse („Blutwäsche“) oder Bauchfelldialyse aufgrund ihres Nierenversagens unterziehen müssen. Das Problem: Die normalen Blutgefäße sind entweder schlecht zugänglich oder haben einen zu geringen Blutfluss und sind daher für die Dialyse nicht geeignet. Bei diesen Patienten wird in der Regel operativ eine Gefäßverbindung, der so genannte Shunt, zwischen Arterie und Vene des Unterarms angelegt.

Etwa eine Stunde dauert das Anlegen eines Shunts, ein stationärer Aufenthalt ist im Normalfall nicht nötig: „Eine Shunt-OP findet meist unter örtlicher Betäubung statt, eine Vollnarkose ist nur in seltenen Fällen nötig“, erklärt Dr. Bernd Kasprzak vom Centrum für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie des UKM. Am UKM werden im Jahr ca. 300 Shunts sowie Dialyse- und Bauchfelldialysekatheter angelegt.

Im neuen Shuntzentrum arbeiten seit Anfang Juli Mediziner der Allgemein- und Viszeralchirurgie, der Gefäßchirurgie, der Radiologie, der Angiologie und der Dialysestation der Medizinischen Klinik D des UKM zusammen. Für Patienten und behandelnde Ärzte wurde jetzt ein 24-Stunden-Notfall-Handy eingeführt: „Auch wenn der Dialyse-Shunt bei vielen Patienten keine Beschwerden verursacht, können im Langzeitverlauf Komplikationen auftreten. Das können Einengungen (Stenosen) oder Verschlüsse (Thrombosen) sein“, erklärt Dr. Michael Köhler vom Institut für Klinische Radiologie. „In solchen Fällen können wir schnell mittels bildgestützter Kathetertechniken und dünnen Ballons den Shunt wiedereröffnen und die Funktionalität wieder herstellen. Durch die Zusammenarbeit im neuen Zentrum können wir noch schneller reagieren“, betont  Prof. Dr. Holger Reinecke, kommissarischer Leiter der Medizinischen Klinik und Poliklinik C (Kardiologie und Angiologie).

Auf der Dialysestation der Medizinischen Klinik D (Innere Medizin) werden jährlich rund 4.000 Dialysen bei ca. 1.000 Patienten durchgeführt. Der Nephrologe Prof. Dr. Roland M. Schäfer betont: „Für die Qualität der Dialyse ist ein gut funktionierender Gefäßzugang von zentraler Bedeutung, damit das Blut effektiv gereinigt werden kann. Der Shunt ist für das langfristige Überleben der Patienten an der Dialyse ein ganz zentraler Aspekt. Umso wichtiger ist es, dass alle beteiligten Experten eng zusammenarbeiten.“

Auch nach einer Nierentransplantation betreut das Shuntzentrum die Patienten. Dr. Palmes: „Wenn die Niere gut funktioniert, sollte der Shunt wieder entfernt werden. Auch dieser Eingriff kann in unserem neuen ambulanten OP-Zentrum vorgenommen werden. Nach einer kurzen Beobachtungsphase können die Patienten dann noch am gleichen Tag die Klinik wieder verlassen.“ Im Durchschnitt verbleibt ein Dialyse-Shunt bis zur Nierentransplantation (Wartezeit ca. 5-6 Jahre) im Körper.

Kontakt:

Interdisziplinäres Zentrum für Shuntchirurgie am UKM

Albert-Schweitzer-Str. 33

48149 Münster

Tel: +49 (0)2 51 / 83 - 4 75 35

Fax: +49 (0)2 51 / 83 - 4 95 47

dialyseshunt(at)­ukmuenster(dot)­de

http:shuntzentrum.ukmuenster.de

Shunt-Handy (24 Stunden erreichbar): 01 75 - 4 02 50 00

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