11.08.10ukm/dre

Bundesministerium fördert Studie am UKM / Klinische Prüfstelle sucht oberschenkelamputierte Probanden

Was bringt der Einsatz elektronischer Prothesenkniegelenke für Oberschenkelamputierte?

Dr. Stefan Schüling bei einer Patientenuntersuchung im biomechanischen Ganglabor

Dr. Stefan Schüling bei einer Patientenuntersuchung im biomechanischen Ganglabor

In Deutschland gibt es derzeit rund 150.000 Beinprothesenträger, Tendenz steigend. Die Qualitätsüberprüfung von solchen Prothesen und anderen orthopädischen Hilfsmitteln zählt zu den Aufgaben der „Klinischen Prüfstelle für orthopädische Hilfsmittel“, einem AN-Institut der Klinik für Technische Orthopädie des Universitätsklinikums Münster (UKM). Für eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sucht die Prüfstelle nun Teilnehmer, die im Oberschenkel amputiert wurden und die bereits eine Beinprothese tragen.
„Wir suchen in erster Linie Teilnehmer um die 70 Jahre. Aber es können sich auch jüngere Teilnehmer melden, deren Bewegungsgrad eingeschränkt ist. Wir untersuchen ein neues Kniegelenk für Prothesen auf die Alltagstauglichkeit“, erklärt Dr. Stefan Schüling, Facharzt für Orthopädie und Leiter der Studie. Die Klinische Prüfstelle an der Technischen Orthopädie des UKM (Klinikdirektor Prof. Dr. Hans-Henning Wetz) ist in ihrer Ausrichtung bundesweit einzigartig. „Durch die enge Anbindung an die Klinik für Technische Orthopädie arbeiten wir patientennah und zudem sind wir als wissenschaftliche Einrichtung durch die Förderung des Bundesministeriums völlig unabhängig“, so Dr. Schüling.
Bei der aktuellen Prüfstudie wird zunächst bei den Probanden das Kniegelenk der bestehenden Prothesen von einem Orthopädietechniker ausgetauscht und durch das neue Modell ersetzt. Dann durchlaufen die Probanden einen speziellen Parcours im biomechanischen Ganglabor der Prüfstelle. Dr. Schüling: „Dabei prüfen wir verschiedenen Situationen: Wie kann der Proband mit dem Gelenk Treppen oder Steigungen bewältigen? Kann er auch leichte Lasten damit tragen? Wie schnell kann er gehen?“ Im Vordergrund stehen dabei Situationen, wie sie auch den Lebensalltag der Beinprothesenträger bestimmen. Die Aufzeichnungen werden anschließend exakt am Computer ausgewertet. Der Zeitaufwand beträgt einen Tag, Fahrtkosten werden natürlich erstattet.

Kontakt:
Klinische Prüfstelle für orthopädische Hilfsmittel am UKM
Dr. Stefan Schüling
 Tel. 0251 / 83-56781 oder 83- 56784

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