13.09.10ukm/jb

Erste zertifizierte Chest-Pain-Unit im Münsterland besteht am UKM

Gemeinsam erfüllen die Notaufnahme und Kardiologie am UKM die Anforderungen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie / Schnelle und sichere Diagnosen verbessern Patientenversorgung

Freuen sich über die erste zertifizierte Chest-Pain-Unit im Münsterland: Prof. Dr. Holger Reinecke, Prof. Dr. Hermann-Joseph Pavenstädt, Privat-Dozent Dr. Peter Willeke und Dr. Ekkehard Hilker.

Freuen sich über die erste zertifizierte Chest-Pain-Unit im Münsterland: Prof. Dr. Holger Reinecke, Prof. Dr. Hermann-Joseph Pavenstädt, Privat-Dozent Dr. Peter Willeke und Dr. Ekkehard Hilker.

Brustschmerz ist eines der häufigsten Symptome, mit dem Patienten in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Dahinter können sich schwere lebensbedrohliche Erkrankungen wie beispielsweise ein Herzinfarkt oder eine Lungenembolie verbergen. Besonders wichtig für die Patienten ist deshalb eine schnelle und sichere Diagnose. Als erstes Krankenhaus im Münsterland ist das Universitätsklinikum Münster (UKM) nun von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie als Chest-Pain-Unit (Brustschmerz-Einheit) zertifiziert worden. „Die Zertifizierung belegt die ausgezeichnete Qualität unserer Patientenversorgung durch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die exzellenten räumlichen und apparativen Voraussetzungen, die wir haben. Darüber hinaus ist sie ein Zeichen der sehr guten interdisziplinären Zusammenarbeit der Notfallmediziner, Kardiologen und vieler anderer Spezialabteilungen am UKM“, freut sich Prof. Dr. Hermann-Joseph Pavenstädt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin D (Allgemeine Innere Medizin sowie Nieren- und Hochdruckkrankheiten und Rheumatologie) über die Auszeichnung.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer noch häufigste Todesursache in Deutschland
Die Zertifizierung als Chest-Pain-Unit ist ein Gemeinschaftsprojekt der Medizinischen Kliniken C und D am UKM: Erster Anlaufpunkt für Patienten mit akutem Brustschmerz ist in der Regel die Notaufnahme der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin D. Dort erfolgt die Erstversorgung der Patienten nach einem speziell festgelegten, gemeinsam erarbeiteten Behandlungsplan, der eine schnelle und sichere Diagnose gewährleistet. „Bei entsprechender Erkrankung wird der Patient dann bei uns in der Kardiologie weiterversorgt“, erklärt Prof. Dr. Holger Reinecke, kommissarischer Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin C (Kardiologie und Angiologie), den Ablauf. „Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen mit über 300.000 Todesfällen pro Jahr immer noch die häufigste Todesursache in Deutschland dar. Durch eine standardisierte Behandlung, die sich streng nach nationalen und internationalen Leitlinien richtet, gewährleisten wir eine optimale medizinische Versorgung der Patienten.“

„Im Schnitt sehen wir rund ein bis zwei Patienten mit Herzinfarkt pro Tag und fünf mit Brustschmerz“, sagt Dr. Ekkehard Hilker, Oberarzt und Intensivmediziner in der Kardiologie. Im ersten Halbjahr 2010 versorgten die UKM-Mediziner in der Chest-Pain-Unit insgesamt 112 Patienten mit Herzinfarkt und 72, die sich in einer akuten Vorstufe zum Infarkt befanden. Hinzu kommen weitere Patienten aus Zuweisungen des Rettungsdienstes oder anderen Krankenhäusern.

Hohe Qualität der Patientenversorgung
Ziel der Chest-Pain-Unit ist es, auch eine effektive Versorgung unter Ausnutzung stationärer und ambulanter Strukturen sicherzustellen. Unabdingbare Voraussetzung dafür ist ein Herzkatheterlabor mit ständiger Verfügbarkeit zur Akutintervention. Am UKM stehen immer bis zu drei Herzkatheterlabore für die Patienten bereit. Ein weiteres Beispiel für die hohe Qualität Patientenversorgung am UKM, ist die so genannte „Door-to-Balloon-Time“: Sie bezeichnet die Zeit, die zwischen der Aufnahme des Patienten in das Krankenhaus und der Wiedereröffnung eines verschlossenen Herzkranzgefäßes mit einem Katheter bei einem Infarkt vergeht. „Die Mindestanforderung liegt in Deutschland bzw. weltweit bei 60 Minuten - am UKM übertreffen wir dies mit im Schnitt 47 Minuten bei Weitem“, unterstreicht Prof. Reinecke.
Auch wenn eine Herzerkrankung als Ursache des Brustschmerzes ausgeschlossen werden konnte und sich z.B. eine Erkrankung der Hauptschlagader oder der Lunge als Ursache herausstellt, kann diesen Patienten durch die am UKM vorhandene umfassende Palette von Spezialabteilungen schnellstmöglich und hoch kompetent geholfen werden.

Bei akuten Brustschmerzen: Frühzeitig in ärztliche Behandlung begeben
Doch auch bei größtmöglicher Versorgungsqualität im Krankenhaus ist vor allem eines wichtig: „Patienten mit plötzlich auftretenden oder immer wiederkehrenden Brustschmerzen müssen sich schnell in ärztliche Behandlung begeben. Nehmen Sie diese Schmerzen nicht auf die leichte Schulter, sondern lassen Sie frühzeitig abklären, ob sich dahinter eine lebensbedrohliche Erkrankung verbirgt“, rät der Privat-Dozent Dr. Peter Willeke, Oberarzt in der UKM-Notaufnahme. Dafür steht den Betroffenen die Chest-Pain-Unit am UKM 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung.


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