29.09.10ukm/dre

Prof. Vogt: Abschied nach 21 Jahren als Direktor der Kinderkardiologie am UKM

„Neue Katheterverfahren helfen, Operationen zu vermeiden“

Prof. Dr. Johannes Vogt

21 Jahre leitete Prof. Dr. Johannes Vogt die Kinderkardiologie am UKM.

Nach 21 Jahren als Direktor der Kinderkardiologie am Universitätsklinikum Münster (UKM) scheidet Prof. Dr. Johannes Vogt Ende September mit Erreichen seines 65. Lebensjahres aus seinem Amt aus. „Die vergangenen Jahrzehnte waren von enormen Fortschritten in der Behandlung herzkranker Kinder geprägt. Heute können wir mehr als 95 Prozent der betroffenen Kinder helfen, zu Beginn meiner Laufbahn waren es gerade 75 Prozent. Das ist wohl für jeden Mediziner das wichtigste“, blickt er auf seine Tätigkeit am UKM. Die kommissarische Klinikleitung der Kinderkardiologie übernimmt nun Privat-Dozent Dr. Hans-Gerd Kehl, der bislang leitender Oberarzt der UKM-Klinik war.

Am 1. September 1989 begann Prof. Vogt seine Arbeit am UKM. „Zu dieser Zeit war die Kinderkardiologie in Deutschland noch fast überwiegend diagnostisch tätig. Wir konnten zwar schwere Herzfehlbildungen feststellen, aber die Therapie bestand fast immer in einer Operation. Das hat sich enorm gewandelt. Durch den Einsatz moderner Bildgebung und immer besseren Kathetertechniken können wir selbst Therapien durchführen – und damit in geeigneten Fällen große Herz-Operationen vermeiden. Diese Entwicklung hält bis heute an“, so Prof. Vogt, der selbst zu den Pionieren auf diesem Gebiet zählt.

Wie stark davon die jungen Patienten profitieren, macht ein Langzeitvergleich deutlich. Prof. Vogt: „Heute kommen jährlich mehr als 2.000 herzkranke Kinder in das Erwachsenenalter. Durch unsere Erfolge in den letzten Jahren wird diese Zahl noch weiter steigen. Umso wichtiger ist daher die medizinische Versorgung dieser Patienten im fortschreitenden Lebensalter“. Eine wichtige Voraussetzung für diesen Erfolg sei auch die enge Zusammenarbeit mit der Herzchirurgie, der Kardio-Anästhesie und der Intensivmedizin, betont der gebürtige Essener. Deutlich wird dieser Fortschritt an Beispielen wie einer jungen Patientin, die 2007 im Alter von drei Monaten mit einem angeborenen Herzfehler in das UKM kam: Insgesamt 15 Monate wurde das Mädchen mit einem Kunstherz versorgt, so lange wie kein anderes Kind zuvor weltweit. Im April 2008 wurde dann ein Spenderherz gefunden und das Kind konnte erfolgreich am UKM transplantiert werden.

1971 legte Vogt sein medizinisches Staatsexamen in Freiburg ab, 1972 folgte die Promotion, 1977 die Anerkennung zum Facharzt der Kinderheilkunde. In Göttingen begann er seine medizinische Laufbahn bei Prof. Alois Beuren, einem der wichtigsten Wegbereiter der Kinderkardiologie in Europa. Nach seiner Habilitation 1981 in Göttingen wurde Prof. Vogt 1984 dort zum kommissarischen Leiter der pädiatrischen Kardiologie bestellt und kam 1989 nach Münster, nachdem er zuvor den Ruf auf eine C4-Professur an der Universität Frankfurt abgelehnt hatte. 1998 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie.

„In seiner über 21-jährigen Tätigkeit als Klinikdirektor in Münster hat Prof. Vogt außergewöhnlich zur Profilbildung der Klinik und zur stetigen Verbesserung in der Patientenversorgung am UKM beigetragen. Die Kinderkardiologie ist ein wichtiger Eckpfeiler in der Herzmedizin am UKM“, betont Prof. Dr. Norbert Roeder, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM. Auch in Forschung und Lehre habe sich der Hochschullehrer große Verdienste erworben, ergänzt der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Wilhelm Schmitz: „Von seinen Forschungsprojekten profitieren heute viele Patienten, und nicht wenige Studierende hat er zu einem Berufsweg in seiner Fachdisziplin motiviert“.

Dem ärztlichen Nachwuchs kann Prof. Vogt eine Spezialisierung auf die Kinderkardiologie nur empfehlen. „Zu vielen Patienten, die man teilweise schon als Säuglinge behandelt hat, entsteht ein langer Kontakt. Man sieht immer wieder: Die Arbeit lohnt sich. Man erlebt, was aus dem Patienten wird, wie sie erfolgreich durchs Leben gehen und oft selber Eltern werden. Manche schreiben auch Jahre später noch Karten. Das ist natürlich ein sehr schönes Gefühl“.

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