Cochlea Implantat Centrum Münsterland (CICM)

Cochlea Implantat

Herzlich willkommen auf den Seiten des Cochlea Implantat Centrum Münsterland (CICM)

Das Cochlea Implantat Centrum Münsterland ist der HNO-Klinik und der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie des Universitätsklinikums Münster angeschlossen. Wir betreuen Säuglinge, Kinder und Erwachsene, die an der Klinik mit einem Cochlea Implantat (CI) versorgt werden.

Das Centrum hat folgende Aufgaben:

  • Beratung im Rahmen der CI-Voruntersuchung
  • Anpassung des Sprachprozessors
  • Technische Versorgung und Beratung
  • Fachtherapeutische und logopädische Beratung und Betreuung
  • Psychologische Diagnostik und Beratung
  • Austausch mit Kindergärten, Schulen, Therapeuten, Ärzten und Akustikern
  • Forschung und Lehre

Was ist ein  Cochlea Implantat ?

Das Cochlea Implantat stellt eine implantierbare Hörprothese dar, mit der  taube Menschen wieder hören können. Gehörlos geborene, oder nach der Erlernung der Sprache ertaubte Kinder oder Erwachsene werden mit dieser Innenohrprothese seit ca. 20 Jahren erfolgreich versorgt. 

Bei Normalhörenden wird der Schall über das äußere Ohr zum Trommelfell und von dort über die Gehörknöchelchen des Mittelohres zum Innenohr geleitet.

Quelle: Cochlear

1. Gehörgang: Schall wird durch den Gehörgang zum Trommelfell geleitet.

2. Trommelfell und Gehörknöchelchen: Die Schallwellen versetzen das Trommelfell und somit auch die Gehörknöchelchen im Mittelohr in Schwingung.

3. Innenohr: Durch diese Bewegung gerät wiederum die Flüssigkeit im Innenohr (Cochlea) in Schwingung und versetzt die Haarzellen in Bewegung.

4. Hörnerv: Die Haarzellen wandeln die Bewegungen in elektrische Impulse um, die dann über den Hörnerven an das Gehirn weitergeleitet werden. Dies führt zu einer Hörwahrnehmung.

Hier setzt die flüssigkeitsgefüllte Hörschnecke (Cochlea) die akustische Information in elektrische Impulse um. Die elektrischen Impulse werden dann über den Hörnerven an das Gehirn weitergeleitet. Bei einer Taubheit, der ein Funktionsverlust der Cochlea zugrunde liegt, kann ein Cochlea Implantat (CI) die ausgefallene Funktion der Hörschnecke ersetzen.

Quelle: Cochlear

1. Soundprozessor: Der externe Soundprozessor nimmt Schallwellen auf und wandelt diese in digitale Signale um.

2. Digitale Signale: Der Prozessor sendet die digitalen Signale an das unter der Haut liegende Implantat.

3. Elektrodenträger: Das Implantat wandelt die Signale in elektrische Impulse um und leitet diese an den Elektrodenträger in der Cochlea.

4. Hörnerv: Die Elektroden stimulieren die Hörnervenfasern in der Cochlea. Im Gehirn entsteht ein Höreindruck.

Voraussetzung für eine Implantation ist eine Intaktheit des Hörnerven und der nachgeschalteten Nervenbahnen. Hierbei wandelt das Cochlea Implantat Schall in elektrische Impulse um, die zu einer elektrischen Reizung des Hörnerven in der Hörschnecke führen. Die erzeugten Reizmuster werden dann zum Gehirn geleitet und lösen einen Höreindruck aus.

Aufbau des Cochlea Implantats

Das Cochlea Implantat besteht aus mehreren Teilen: Man unterscheidet hier einen inneren und äußeren Teil des Implantates.

Äußerer Teil:

Quelle: Cochlear

Der Sprachprozessor (hinter dem Ohr) besteht aus einem Mikrofon, das den Schall aus der Umgebung aufnimmt. Die Schallsignale werden mit Hilfe eines eingebauten Computers an die elektrische Empfindlichkeit des Hörnervs des jeweiligen Patienten angepasst und als digitale elektrische Impulse über ein Kabel an eine Sendespule übermittelt.

Die Sendespule ist ein Plättchen, das etwas größer als ein 2 € - Stück ist und mittels eines eingebauten Magnetes hinter dem Ohr auf der Kopfhaut gehalten wird.

Die Sendespule kann bei entsprechender Frisur unsichtbar getragen werden. Die Einheit aus Mikrophon und Sprachprozessor wird hinter dem Ohr, ähnlich einem herkömmlichen Hinter-dem-Ohr-Hörgerät, getragen und ist zusammen mit der Sendespule leicht abnehmbar.

Innerer Teil:

Quelle: Cochlear

1 - Sendespule in Silikonmantel

2 - Elektronik mit Titangehäuse

3 - Elektrode mit Platinkontakten im Silikonträger

4 - Bereich der Cochleostomie

5 - Silikonkabel im Mittelohr/Mastoid

Unter der Haut direkt gegenüber der Sendespule sitzt der Implantatkörper (Empfänger/ Stimulator), der operativ in den Schädelknochen eingesetzt wird. Der Implantatkörper beinhaltet neben der Elektronik zur Ansteuerung der Stimulationselektroden eine Antenne, welche die elektrischen Impulse zusammen mit der erforderlichen Energie von der Sendespule empfängt sowie einen Magneten, der dafür sorgt, dass die Sendespule direkt über dem Implantat hält.

Die Implantatelektronik bereitet die elektrischen Impulse so auf, dass sie über die ebenfalls zum Implantat gehörenden Stimulationselektroden, die operativ in die Hörschnecke eingebracht werden, als elektrische Reize den Hörnerven aktivieren. Über die Hörbahn werden dann die für das Hören zuständigen Bezirke im Gehirn angeregt.

Quelle: Cochlear

Für eine elektrische Stimulation wird generell neben den aktiven Elektroden (Elektroden in der Hörschnecke) eine sogenannte Referenz- oder Gegenelektrode benötigt. Diese Funktion übernimmt eine Elektrode, die operativ unter den Temporalis-Muskel geschoben wird.

Stromversorgung: Der äußerliche Sprachprozessor wird mit Akkus oder Batterien betrieben. Die Energieversorgung des Implantats erfolgt durch drahtlose Übertragung elektrischer Energie aus dem Sprachprozessor zwischen Sendespule und Implantatkörper.

Es gibt CI-Systeme unterschiedlicher Hersteller, wir verwenden die Implantate der Firmen  Cochlear  und   MED-EL.

Wem kann mit einem CI geholfen werden?

Für eine Cochlea-Implantation kommen spätertaubte Erwachsene und Kinder ebenso in Frage wie frühertaubte oder gehörlos geborene Kinder, wobei hier eine möglichst frühzeitige Implantation (Ende des ersten Lebensjahres) für den Versorgungserfolg maßgebend ist, da bei Kindern die Reifung der Hörbahn und der Spracherwerb entscheidend von möglichst frühen und umfassenden Höreindrücken abhängig sind. Hingegen ist bei Erwachsenen, die nach abgeschlossenem Spracherwerb ertaubt sind, auch noch nach vielen Jahren der Taubheit eine Implantation möglich. Das Team des CI Centrum Münsterland ist fachlich qualifiziert, auch Sonderfälle, wie mehrfach behinderte Kinder und ältere Personen mit einem Cochlea Implantat zu versorgen und postoperativ zu betreuen.

Voraussetzungen zur Cochlea Implantatversorgung bei Spätertaubten

Bei Patienten mit einer hochgradigen Schwerhörigkeit oder Ertaubung, die an erheblichen Einschränkungen der Kommunikationsfähigkeit auch mit Hörgerät leiden, müssen bestimmte Voraussetzungen erfülllt sein:

  • Audiogramm: mittlere Tonhörschwelle von mindestens 80dB HL im Hauptsprachbereich.
  • Sprachaudiogramm: maximale Einsilberdiskrimination mit Hörgerät bei 30 (-50)%.
  • Anatomische und funktionelle Situation, die die Einführung des Cochlea Implantats in die Hörschnecke ermöglicht und bei der es zu einer Stimulation des Hörnerven kommt.
  • Funktionstüchtigkeit der neuralen Hörbahn sowie der zentralen Hörverarbeitung.
  • Situationen, in denen nach der Cochlear Implant-Versorgung mit einer großen Wahrscheinlichkeit eine erhebliche Verbesserung der  Kommunikationsfähigkeit zu erwarten ist.

Die Erfolgsaussichten hängen von vielen Faktoren ab. Hierzu zählen Beginn und Dauer der Taubheit ebenso wie Motivation und Lernfähigkeit des Patienten. Schließlich spielt das soziale Umfeld - Familie, Kindergarten, Schule, Arbeitsbereich - eine wichtige Rolle.

 
 
 
 
 
 
    
 

CI Centrum Münsterland

Leitung:

Prof. Dr. med. Claudia Rudack

Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Kardinal-von-Galen-Ring 10

48149 Münster

Univ.-Prof. Dr. med. Antoinette am Zehnhoff-Dinnesen

Klinik und Poliklinik für Phoniatrie und Pädaudiologie

Kardinal-von-Galen-Ring 10

48149 Münster


"Eltern mit schwerhörigen und ertaubten Kindern bietet unsere Klinik an, am Münsteraner Elternprogramm zur Kommunikationsförderung bei Säuglingen und Kleinkindern mit Hörschädigung  teilzunehmen."

Näheres finden sie hier