Klinik für Kinder- und Jugendmedizin - Pädiatrische Hämatologie und Onkologie

Leukämien

Leukämien sind die häufigsten Krebserkrankungen des Kindes- und Jugendalters. In Deutschland erkranken jährlich etwa 600 Kinder unter 15 Jahren an einer Leukämie. Die Krankheit entsteht durch bösartige Umwandlung einer unreifen Vorläuferzelle der Blutbildung im Knochenmark.

Im Kindesalter treten überwiegend akute, sich rasch entwickelnde Leukämien auf.

Dabei kommt es bereits wenige Wochen nach der Entstehung der Leukämie zu schweren Krankheitssymptomen, die zur Diagnose führen. Durch die Ausbreitung der bösartigen Zellen im Knochenmark kommt es zu einer Verdrängung normaler weißer Blutkörperchen, was zu einer Anfälligkeit für fieberhafte Infekte führt. Das Fehlen ausreichender Mengen roter Blutkörperchen, die Anämie, führt zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Schwindel. Eine Verringerung der Thrombozyten (Blutplättchen) ist erkennbar an einer Blutungsneigung mit Auftreten blauer Flecken und punktförmiger Blutungen sowie Schleimhautblutungen wie Nasenbluten. Einige Kinder klagen über Knochenschmerzen oder können nicht mehr laufen.

Kinder und Jugendliche können an akuten lymphoblastischen (ALL) oder akuten myeloischen (AML) Leukämien erkranken.

Die Art der Leukämie ist abhängig von der Art der Ursprungszelle im Knochenmark, die sich bösartig verändert. Die Unterscheidung zwischen den beiden Formen erfolgt durch mikroskopische Untersuchung der leukämischen Zellen, der sogenannten „Blasten“ in Blut und Knochenmark.

Die Erfassung von Oberflächenmarkern auf den Leukämiezellen hilft bei der Zuordnung zu einem der Subtypen. Diese Untersuchungen finden im gemeinsamen Labor für spezielle Hämatologie und Onkologie unserer und der Klinik für Innere Medizin A statt.

Die Therapie von Leukämien des Kindes- und Jugendalters besteht in einer Chemotherapie.

Im Rahmen der intensiven Phase der Therapie von etwa 6-10 Monaten sind mehrere Aufenthalte auf der kinderonkologischen Station und zahlreiche Besuche in der Tagesklinik erforderlich. Daran schließt sich in den meisten Fällen eine ein- bis zweijährige Erhaltungstherapie an, bei der täglich Medikamente eingenommen werden und regelmäßige ambulante Blutbildkontrollen notwendig sind. Die Art und Kombination der verwendeten Medikamente unterscheidet sich zwischen der myeloischen und der lymphoblastischen Form der Leukämie und bei den verschiedenen Formen von Lymphomen. Sie orientiert sich eng an nationalen und internationalen Standards. Über den gesamten Zeitraum der Therapie sind die Patienten durch die schädigende Wirkung der Chemotherapie auf die normale Blutbildung infektgefährdet. In einigen Fällen bestehen die günstigsten Heilungschancen mit einer allogenen Stammzelltransplantation.

Neue Therapieverfahren für Leukämien

Die meisten Kinder und Jugendlichen mit akuten Leukämien werden mit einer intensiven Chemotherapie geheilt. In einigen Fällen kommt es jedoch zu einem Rückfall der Erkrankung, der erneut mit einer intensiven Chemotherapie und nicht selten mit einer allogenen Stammzelltransplantation behandelt werden muss.

Für Patienten, die mit konventionellen Therapieverfahren nicht gesund werden, bieten wir klinische Studien mit neuen Medikamenten oder Zelltherapien an.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Claudia Rössig

Weitere Informationen zu Leukämien des Kindes- und Jugendalters finden Sie auch auf Kinderkrebsinfo.de