Pressemeldungen Archiv 2012

30.07.12ukm / ks

Keine Angst vor dem Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus)

Tägliche „Zecken-Kontrolle“ ist der beste Schutz vor Borrelieninfektion / Keine Gefahr von Hirnhautentzündung (FSME) durch Zeckenbisse im Münsterland

Spezialist in Sachen Infektionskrankheiten: Der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Münster (UKM), Prof. Dr. Georg Peters.

Sommer, Sonne, Ferien - tausende Kinder im Münsterland können sich endlich im Wald und auf der Wiese austoben. Gleichzeitig wächst bei tausenden Müttern die Sorge vor Zeckenbissen. Zumindest die Angst vor der Übertragung von Viren, die die Hirnhautentzündung (FSME) verursachen, kann der  Infektionsspezialist des Universitätsklinikums Münster (UKM) Prof. Dr. Georg Peters den Eltern nehmen: „Im Münsterland gibt es keine Zecke, die diese Viren übertragen könnte. Wer eine Urlaubsreise plant, sollte sich aber vorsorglich informieren, wie es in der Urlaubsregion damit aussieht.“

Zecken übertragen Borreliose-Bakterien erst nach 12 Stunden

Die zweite bekannte Infektionskrankheit, deren Erreger von der Zecke mit dem nicht so vertrauenserweckenden Namen – der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) – übertragen wird, ist die Borreliose.  In unserer Region tragen laut Peters etwa 20 – 30 % der Zecken Borrelien (gramnegative spiralförmige Bakterien) mit sich herum. Diese Bakterien holen sie sich durch das infizierte Blut von Eichhörnchen, Hasen, Mäusen und anderen Nagetieren. "Doch auch wenn sich dann eine infizierte Zecke an uns festsaugt, heißt das noch lange nicht, dass wir an Borreliose erkranken. Erwischt man den Gemeinen Holzbock innerhalb von 12 Stunden, ist eine Infektion nahezu nicht möglich“, versichert Peters. „Bleibt eine infizierte Zecke wiederum mehr als 72 Stunden unentdeckt am Menschen, dann werden die Borrelien mit ziemlicher Sicherheit übertragen. Auch dann ist es möglich, dass die Krankheit nicht ausbricht oder aber erst Monate oder sogar Jahre später. Die Symptome können ganz unterschiedlicher Art sein. Meistens zeigt sich an der Stelle des Zeckenbisses ein roter Fleck, der lange bleibt und sich dann ringförmig ausweitet. Borreliose kann sehr gut behandelt werden, wenn sie entdeckt wird. Doch Peters findet, dass es noch besser ist, sie gar nicht zu bekommen und es sei auch ganz einfach sich zu schützen: „Der Beste Schutz ist die tägliche Kontrolle. Denn auch wenn die Zecke sich schon früh morgens festsaugt, kann sie abends immer noch rechtzeitig entfernt werden“, beruhigt der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des UKM.

Wichtige Tipps und Informationen zum Schutz vor Borreliose

  • Tägliche Kontrolle:
    Kinder sollten jeden Abend einmal von Kopf bis Fuß nach Zecken abgesucht werden. Ebenso sollte das bei Hunden geschehen. Die Zecken können gegebenenfalls vom Haustier auf den Menschen überwechseln.
  • Zecken fallen nicht von Bäumen:
    Auch wenn es sich um den Gemeinen Holzbock handelt, sitzen die Zecken nicht in den Bäumen. Sie befinden sich viel mehr im Gebüsch oder im Gras - etwa bis zu einer Höhe von einem Meter. Wer sich bei Spaziergängen auf befestigten Wegen bewegt und zudem am besten noch den kleinen Saugern wenig Angriffsfläche bietet, also festes Schuhwerk und lange Kleidung anzieht, läuft kaum in Gefahr, gebissen zu werden.
  • Zecke mit ruhiger Hand entfernen:
    Wichtig ist, die Zecke langsam und gründlich zu entfernen. Es sollten keine Teile des Saugrüssels zurückbleiben, denn sonst besteht die Gefahr, dass sich die Haut durch andere Bakterien entzündet.
  • Kleiner Merkzettel:
    Das etwas heimtückische an der Infektionskrankheit Borreliose ist, dass sie oft erst Monate oder sogar Jahre nach einem Zeckenbiss zutage tritt. Entdeckt man eine Zecke und ist sich nicht sicher, dass sie innerhalb der unkritischen 12 Stunden entfernt wurde, hilft ein Merkzettelchen z.B. am Badezimmerspiegel mit dem Datum, an dem die Zecke gefunden wurde. Sollten sich dann Symptome zeigen, die auf eine Borreliose hinweisen, ist dem behandelnden Arzt durch die Auskunft über den Zeckenbiss geholfen. Eine Antibiotikagabe ohne Krankheitszeichen und ärztliche Diagnose oder hochgradige Verdachtsdiagnose ist nach heutigem Wissensstand laut Infektionsspezialist Prof. Dr. Peters nicht angezeigt!
  • Hilfe am UKM:
    Bei Verdacht auf Borreliose sind Ihre ersten Anlaufstellen am UKM die Hautklinik, die Kinderklinik sowie die Neurologie.
    Die Kontaktdaten der einzelnen Abteilungen finden Sie unter www.ukmuenster.de
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