Pressemeldungen Archiv 2012

13.08.12ukm / ks

In der Medizin der Zukunft angekommen: UKM-Kardiologen implantieren selbstauflösenden Stent

Beste Aussichten für Herzpatienten im Münsterland: Sobald sich der Stent aufgelöst hat, bleibt ein normales Herzkranzgefäß zurück!

Bild 1: Prof. Dr. Johannes Waltenberger, Direktor der Klinik für Kardiologie und Organisatorischer Leiter des Departments für Kardiologie und Angiologie am UKM und Oberarzt Dr. Dieter Fischer, die den besonderen Stent gelegt haben, freuen sich mit Patientin Christa Duwenig über den gelungenen Eingriff. Frau Duwenig ist die erste Patientin am UKM, der ein sich selbst auflösender Stent gelegt wurde.

Bild 2: Selbstauflösender Stent (Quelle: Abbott 2011)

Bild 3: Selbstauflösender Stent (Quelle: Abbott 2011)

Es ist ausgereifte Medizin auf dem aktuellsten Stand der Technik und doch hört es sich an wie eine Zukunftsvision.
Am Universitätsklinikum Münster (UKM) haben Experten jetzt bei einer Patientin einen sich selbst auflösenden Stent in ein Herzkranzgefäß ein-gepflanzt.
Nach zwei Jahren lösen sich die aus einer Milchsäureverbindung bestehenden Materialien nicht nur vollständig auf, so Prof. Dr. Johannes Waltenberger, Direktor der Klinik für Kardiologie und Organisatorischer Leiter des Department für Kardiologie und Angiologie am UKM: „Es bleibt ein ganz normal funktionierendes Herzkranzgefäß zurück. Der Stent ist außerdem mit speziellen Medikamenten beschichtet, die verhindern sollen, dass sich während der Abbauphase erneut eine Engstelle bildet.“

Normalerweise werden bisher Gefäßstützen aus Edelmetall-Legierungen bei den betroffenen Patienten eingesetzt. Diese sind dann ein Leben lang im Kör-per des Patienten. „Es bleibt dann einfach ein Fremdkörper zurück“, so Waltenberger.

Gefahr von späten Wiederverschlüssen gebannt

Die neuen Stents, die aus biologisch abbaubaren Materialien bestehen, hinterlassen langfristig keine Spuren. Die herkömmlichen Herzkranzgefäßstützen werden dennoch eine ganze Weile eingesetzt werden. Denn bisher gibt es die neuartigen Stents nur in einer Größe (3 mm Durchmesser und 18 mm Länge). Ab September werden weitere Größen fol-gen.
Christa Duwenig hatte Glück in ihrem Unglück als Betroffene. Sie benötigte exakt die richtige Größe. „Wir sind stolz, dass wir Frau Duwenig mit diesem ganz besonderen Stent helfen konnten“, freut sich Dr. Dieter Fischer. Er setzte der Patientin den Stent gemeinsam mit Prof. Waltenberger ein. „Natürlich hoffen wir, dass wir in den nächsten Jahren vielen weiteren Betroffenen auf diesem Wege helfen können. Die koronare Herzerkrankung gehört definitiv zu den ganz wichtigen Volkskrankheiten. Die Gefäße verkalken und dadurch werden die Herzkranzgefäße zu eng. Mehr als ein Viertel der über 65-jährigen Deutschen ist davon betroffen. Hinter der Therapie mit den resorbierbaren Stents stehen mehr als 20 Jahre Forschung, sie ist schon weit ausgereift. Wir wollen dazu beitragen, dass sie sich auch etabliert.“ Daher wird dieser Stent am UKM bei ausgewählten Patientengruppen, die in besonderem Maße von diesem neuen Ansatz profitieren, eingesetzt.
 
Hintergrund
Die Kardiologen des UKM setzen seit neuestem neben den herkömmlichen Stents einen resorbierbaren Stent ein. Dieser besteht vorwiegend aus Polylactid, einer Milchsäureverbindung. Die Materialien sind vollständig biologisch abbaubar und lösen sich innerhalb von zwei Jahren vollständig auf.
Eine medikamentöse Beschichtung der Gefäßstütze soll zudem verhindern, dass sich im Bereich der Implantation erneut eine Engstelle bildet. Am Ende des Heilungs- und Auflösungsprozesses bleibt ein normal funktionierendes Herzkranzgefäß zurück.

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