Pressemeldungen Archiv 2012

30.10.12ukm / ks

Herz in Gefahr! – Herzspezialisten am UKM informieren im Rahmen der Herzwochen 2012

Leben mit einem Kunstherz

Bild: Thomas Conrad ist seit drei Jahren auf ein Kunstherz angewiesen. Die Herzspezialisten des UKM informierten über die Herzwochen im November. V.l.n.r.: PD Dr. Hans Gerd Kehl, Kommissarischer Leiter der Pädiatrischen Kardiologie; Dr. Dieter Fischer, Kardiologe der Klinik für Kardiologie; Patient Thomas Conrad; Dr. Andreas Löher, Leitender Oberarzt in der Klinik für Herzchirurgie.

„Mit einer verschleppten Grippe ging alles los.“ Thomas Conrad erinnert sich noch genau. 1998 wurde der heute 44-Jährige am UKM (Universitätsklinikum Münster) wegen Herzschwäche behandelt. Mehrere Jahre lang reichte es aus, regelmäßig entsprechende Medikamente einzunehmen und sich regelmäßig untersuchen zu lassen. Der Kraftfahrer aus dem Raum Dülmen konnte relativ normal weiterleben und auch seinem Beruf nachgehen. Doch schon damals wurde ihm gesagt, dass es nach ca. zehn Jahren zu einem Rückschlag kommen könnte.
Vor drei Jahren trat das Befürchtete ein: „Von einem Moment auf den nächsten ging plötzlich gar nichts mehr, nach 100 Metern mit dem Fahrrad war die Luft raus“, erinnert sich Thomas Conrad. Die Experten am UKM setzten Conrad zunächst einen Defibrillator ein. Aufgrund einer Erkältung und eines erneuten Schwächeanfalls wurde dem Vater von drei Kindern dann ein Kunstherz empfohlen, vor allem deshalb, da noch keine anderen Organe geschädigt waren.
„Das Kreislaufunterstützungssystem – so wird das Kunstherz richtig genannt –sorgt dafür, dass Thomas Conrad relativ normal weiterleben kann bis ein Spenderorgan zur Verfügung steht“, heißt es von PD. Dr. Mirela Scherer, der stellvertretenden Direktorin der Herzchirurgie am UKM. „Vier bis fünf Jahre kann so ein Kunstherz die Zeit etwa überbrücken.“
Thomas Conrads ständiger Begleiter ist ein Handy. Die Nummer kennen nur seine nächsten Verwandten. Wenn es darauf klingelt, dann würde es bedeuten, dass ein Herz für ihn zur Verfügung steht: „Der Gedanke daran, wann es denn endlich klingelt, der geht nie ganz weg. Bisher blieb es allerdings still.“

Laut dem UKM-Kardiologen Prof. Dr. Jürgen Sindermann, der Hand in Hand mit der Herzchirurgin PD. Dr. Scherer arbeitet, werden die Kreislaufunterstützungssysteme mit dem neuesten Stand der Technik immer kleiner und leistungsstärker: „Vor allem ältere Menschen können dank solcher hochmoderner Systeme ein paar Jahre hinzugewinnen, in denen sie beschwerdefreier Leben können.“
 
Modernste Bildgebungsverfahren erleichtern Entscheidung und sind strahlungsärmer

Besonders behutsam müssen Herzspezialisten vorgehen, wenn es um das Wohl von Kindern geht. PD Dr. Hans Gerd Kehl, der kommissarische Leiter der Pädiatrischen Kardiologie am UKM setzt deshalb auf moderne Bildgebungsverfahren, wenn die Entscheidung ansteht, ob z.B. operiert werden muss oder ob ein Kathetereingriff stattfinden kann: „Durch die 3D-Darstellung kann man viel besser Einzelheiten erkennen, und so können bereits im Vorfeld mögliche Komplikationen besser eingeschätzt werden. Außerdem ist die neue Technik weitaus strahlungsärmer als herkömmliche Röntgenverfahren. Gerade bei Kindern spielt das eine große Rolle.“

Herz in Gefahr!

Herz in Gefahr! So lautet das diesjährige Motto der Herzwochen 2012, die alljährlich vom 1. bis 30. November stattfinden und unter der Schirmherrschaft der Deutschen Herzstiftung stehen.
Der „Herz-Monat“ November bietet für Patienten, Interessierte und auch Spezialisten verschiedene Veranstaltungen am UKM. Im Mittelpunkt wird am 20. November ein Herzseminar stehen, so Prof. Dr. Johannes Waltenberger, der Direktor der Klinik für Kardiologie am UKM: „Der Schwerpunkt liegt diesmal darin, eine koronare Herzkrankheit zu erkennen und zu behandeln. Die interessierten Gäste werden grundsätzlich für das Thema sensibilisiert. Es werden alternative Therapieformen vorgestellt. Ebenso informieren unsere Spezialisten darüber, wie der Lebensstil angepasst werden muss oder wie die Behandlung mit Medikamenten erfolgt.“
Außerdem werden neue Möglichkeiten im Bereich Herzkatheter vorgestellt, ebenso wie neueste Erkenntnisse bei der chirurgischen Behandlung, zum Beispiel bei Bypass-Operationen.
Wenn das Herz Schaden nimmt, darf die Seele nicht vergessen werden. Interessierte bekommen auf dem Seminar auch für seelischen Probleme Hilfestellungen.
 
Ihre Ansprechpartner

Überblick über Aktivitäten im Rahmen der Herzwochen
- Prof. Dr. Johannes Waltenberger, Direktor der Klinik für Kardiologie am UKM; Tel.: 0251 / 83 43201
Kunstherzsysteme
- PD. Dr. Mirela Scherer, stellv. Direktorin der Herzchirurgie am UKM; Tel.: 0251 / 83 47402
- Prof. Dr. Jürgen Sindermann, UKM-Spezialist für Kreislaufunterstützungssysteme
- Thomas Conrad ist ambulanter Patient am UKM und lebt seit drei Jahren mit einem Kunstherz
Moderne Bildgebungsverfahren
- PD Dr. Hans Gerd Kehl, Kommissarischer Leiter der Pädiatrischen Kardiologie am UKM; 0251 / 83 47752

 

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