Pressemeldungen Archiv 2013

12.03.13ukm/mdr

Optimierte Behandlung von Schädelhirntrauma-Patienten: Kliniken des Münsterlands starten Pilotprojekt

Finale Förderzusage für das Projekt „Klinisches Register für Schädelhirntrauma-Erkrankungen“ / Land NRW und die EU stellen gut eine Million Euro bereit

Ein starkes Team für die Versorgung von Schädelhirntrauma-Patienten (v.l.n.r.): Prof. Heymut Omran (UKM), Dr. Volker Völzke (HELIOS), Thomas Paal (Gesundheitsdezernent Stadt Münster), Dr. Axel Petershofer (HELIOS), Gertrud Wietholt (KNH), Prof. Martin Dugas (Institut für Med. Informatik) und PD Dr. Otfried Debus (Clemenshospital).

Sechs Partner aus der Versorgung von Schädelhirntraumen (SHT) bei Kindern und Erwachsenen ziehen für die nächsten zweieinhalb Jahre an einem Strang. Mit gut einer Million Euro fördern die EU und das Land NRW die Einrichtung eines klinischen Registers für Schädelhirntrauma-Patienten. Das geplante Projektvolumen liegt bei 1,25 Million Euro. Es zählt damit zu den großen Gewinnern des Wettbewerbs IuK & Gender Med.NRW, den das NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter ausgeschrieben hatte. Mehr als 100 Projektskizzen waren eingereicht worden.

Im Rahmen des zentralen SHT-Registers – angesiedelt am Universitätsklinikum Münster (UKM) – kooperieren Partner aus Akutversorgung (UKM), Frührehabilitation (Clemenshospital Münster), weiterführender Rehabilitation (HELIOS Klinik Holthausen), ambulanter Rehabilitation (Zentrum für Ambulante Rehabilitation Münster) und Koordinatoren der Nachsorge (Kinderneurologie-Hilfe, Sozialpädiatrische Zentren NRW). Die Koordination des Projekts liegt bei Prof. Heymut Omran von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin (Allgemeine Pädiatrie) am UKM. Das Pilotprojekt ist im Verlauf damit für eine NRW-weite Öffnung und Einbindung der bestehenden Strukturen prädestiniert.

Das Ziel: Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Nachsorge von Schädelhirntrauma-Patienten optimieren

Das klinische Register für Schädelhirnverletzungen erfasst zentral patientenbezogene Informationen zu Erkrankungen und Verletzungen, deren Ursache, Behandlungs- und Rehabilitationsverlauf. „Die Daten ermöglichen es, Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Nachsorge zu optimieren, einen qualitativ standardisierten Behandlungspfad zu entwickeln und durch Benchmarking Qualitätssicherung zu betreiben“, erklärt Projektkoordinator Omran. Im Rahmen eines Modellversuchs zur Behandlung von Kindern an vier ausgewählten Institutionen, die alle Versorgungsstufen abdecken, werden zunächst Qualitätskriterien definiert und Standards entwickelt. Nachfolgend soll das Projekt, das aus der städtischen Gesundheitskonferenz hervorgegangen ist, durch den Anschluss weiterer Institutionen und durch die Erfassung erwachsener Patienten erweitert werden.

Einen entscheidenden Beitrag leistete die Technologieförderung Münster GmbH, bei der auch das Cluster Gesundheitswirtschaft Münsterland angesiedelt ist. Die Technologieförderung entwickelte bereits bestehende Ideen weiter, brachte die Projektpartner zusammen und unterstützte sie bei der Konzeptionierung des Projekts. „Mit der Förderung lässt sich die Behandlung von Schädelhirntrauma-Patienten weitaus effizienter gestalten als bisher“, freut sich Matthias Günnewig, Geschäftsleiter der Technologieförderung. „Doppelte Untersuchungen und Behandlungsmaßnahmen sowie Mehrkosten für Versorgung, Rehabilitation und Reintegration müssen vermieden werden. Ein zentrales Patientenregister soll Behandlungsprozesse für Kliniken, Ärzte und sonstige Versorgungseinrichtungen transparenter machen und Schnittstellen zwischen den einzelnen stationären und ambulanten Disziplinen überwinden.“

Zum Thema Schädelhirntrauma

Jährlich erleiden circa 280.000 Menschen in Deutschland eine Schädelhirnverletzung. Mit 72.000 Neuerkrankungen ist insbesondere die Zahl der Kinder bis 15 Jahre sehr hoch. Für das Münsterland ergeben sich daraus abgeleitet rund 5.500 neue Krankheitsfälle mit der Hauptdiagnose S06 (verschiedene Formen von Schädelhirntraumata) und einer Krankenhaus-Verweildauer von statistisch 2,3 bis sechs Tagen. Weitere 100 bis 150 Fälle müssen sogar länger in der Klinik bleiben. Über Neuerkrankungen hinaus wird ein Schädelhirntrauma häufig als Nebendiagnose festgestellt.

Prof. Heymut Omran ist Experte auf diesem Gebiet: „Viele Patienten leiden unter den dauerhaften Folgeschäden. Gerade bei Kindern und Jugendlichen bzw. bei Patienten mit leichten oder nicht erkannten bzw. nicht primär diagnostizierten Schädelhirntraumen sind diese Schäden oftmals erst im Laufe der weiteren Entwicklung erkennbar und dann nur aufwändig zu therapieren.“

 

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