Pressemeldungen Archiv 2013

25.04.13ukm/mdr

Tumorerkrankungen deutlich früher erkennen: UKM installiert hochmodernes PET/CT-Gerät

Optimierte Behandlungsmöglichkeiten für Krebspatienten in Münster / Vorteile bei der Diagnostik im Kindesalter / Investitionsvolumen von knapp drei Millionen Euro

Gelebte Interdisziplinarität am UKM (v.l.n.r.): Prof. Dr. Heribert Jürgens, Prof. Dr. Norbert Roeder, Prof. Dr. Hans Theodor Eich, Prof. Dr. Dr. Otmar Schober, Prof. Dr. Walter Heindel und Prof. Dr. Michael Schäfers mit dem kleinen Hikmet und seiner Mutter am neuen PET/CT-Gerät.

Eindeutige Diagnose und exakte Lokalisierung von Tumoren dank verbesserter Technik: Am UKM (Universitätsklinikum Münster) wurde jetzt ein PET/CT-Gerät der neuesten Generation mit optimalem Auflösungsvermögen im Wert von 2,8 Millionen Euro angeschafft, um vor allem die Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten mit onkologischen Erkrankungen weiter zu optimieren. „Das UKM hat eine sehr hohe Expertise im Bereich der Onkologie“, sagt Prof. Dr. Norbert Roeder, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender. „Deshalb gehört für uns neben hoch qualifiziertem Personal auch eine sehr gute Ausstattung durch medizinische Geräte zu einem zukunftsfähigen Modell.“

Mit dem PET/CT werden die bildgebenden Untersuchungsverfahren PET (Positronen-Emissions-Tomographie) und CT (Computer-Tomographie) und ihre ganz unterschiedlichen Informationen bestmöglich miteinander verknüpft. Während in einem CT-Bild die Körperstrukturen exakt zu erkennen sind, ist der Stoffwechsel etwa von Tumoren wiederum im PET gut sicht-, aber nicht genau lokalisierbar. Durch das Zusammenspiel beider Techniken in einem Gerät wird eine auffällige Gewebestruktur eindeutiger erkennbar. „Insbesondere für Kinder, aber auch für adipöse Erwachsene, bei denen die Lokalisation von Tumoren nicht immer ganz einfach ist, bietet dieses neue Gerät aufgrund des hohen und schnellen Auflösungsvermögens deutlich verbesserte Möglichkeiten gegenüber Vorgängermodellen“, erklärt Prof. Dr. Dr. Otmar Schober, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin.

Am UKM betreiben das Gerät gleich drei Disziplinen gemeinsam: Neben Schobers Klinik für Nuklearmedizin arbeiten auch Prof. Dr. Walter Heindel (Direktor des Instituts für Klinische Radiologie) und Prof. Dr. Hans Theodor Eich (Direktor der Klinik für Strahlentherapie) intensiv mit dem PET/CT-Gerät. „Es wird zur Diagnose und auch zur Kontrolle des Therapieverlaufs eingesetzt und die Befunde werden gemeinsam diskutiert“, so die Experten. „Solch ein umfangreiches Zusammenspiel diverser Fachdisziplinen hat auf diesem Niveau nur die universitäre Medizin zu bieten.“ Unter anderem spiegelt sich das im Rahmen nationaler und internationaler klinischer Studien wieder; zum Nutzen der Patientinnen und Patienten können neueste wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die Krankenversorgung übertragen werden.

Wie eine schnelle und sichere Diagnose mithilfe des neuen PET/CT-Geräts aussehen kann, zeigt die Patientengeschichte des vier Jahre alten Hikmet. Der aufgeweckte Junge leidet an einem hochmalignen Lymphom (Lymphknotenkrebs), kommt regelmäßig mit seiner Mutter von Wuppertal zur Behandlung nach Münster. In drei Phasen kommt dabei das PET/CT zum Einsatz: Bei der initialen Ausbreitungsdiagnostik vor Beginn der Behandlung, also zur Bestimmung, welches Ausmaß der Tumorbefall hat, bei der Verlaufsdiagnostik, das heißt, wie spricht der Tumor auf die Therapie an, und nach Abschluss der Behandlung bei der Überwachungsdiagnostik im Rahmen der Nachsorge. „Letztere wird bei Kindern jedoch sehr zurückhaltend und gezielt eingesetzt, um die Strahlenexposition auf ein Minimum zu reduzieren“, sagt der behandelnde Arzt Prof. Dr. Heribert Jürgens, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin – Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. „Wir nutzen das PET/CT in der Nachsorge nur, wenn Symptome oder bestimme Verdachtsmomente durch andere Untersuchungsmethoden vorliegen.“ Für den kleinen Hikmet steht deshalb eine weitere Untersuchung im Gerät vorerst nicht an: Die letzten Ergebnisse lassen eine äußerst positive Prognose zu.

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