Pressemeldungen Archiv 2013

08.10.13ukm/mdr

UKM und ZaR bieten neue Bewegungstherapie bei Parkinson gegen fortschreitende Abnahme der Beweglichkeit

BIG-Therapie laut Studien signifikant wirksamer als andere gängige Bewegungstherapien / Verbesserte Lebensqualität für Patienten / Konzept basiert auf Üben von übergroßen Bewegungen

Ein starkes Team für Parkinson-Patienten in Münster (v.l.): Mirela Jürging (Physiotherapeutin UKM), Priv.-Doz. Dr. Tobias Warnecke (Oberarzt Klinik für Allgemeine Neurologie des UKM), Dr. Kirsten Teetz (Ärztliche Leiterin Neurologie im ZaR), Jennifer Heithoff (Physiotherapeutin ZaR) und Juliane Wolter (Physiotherapeutin ZaR) mit Patientin Marlies Hackenesch.

Mit zügigem Schritt spazieren gehen – für Menschen mit Parkinson unvorstellbar. Sie leiden unter Muskelstarre und -zittern, Bewegungen sind nur verlangsamt möglich, ihre Haltung ist instabil. Mit der BIG-Methode ist nun ein Therapiekonzept entwickelt worden, das zur Verbesserung von Geschwindigkeit und Bewegungsausmaß führt. Unter anderem nimmt die Gehgeschwindigkeit durch Vergrößerung der Schrittlänge zu. „Das Konzept basiert auf dem gezielten Üben von übergroßen Bewegungen“, sagt Privatdozent Dr. Tobias Warnecke, Oberarzt der Klinik für Allgemeine Neurologie des UKM (Universitätsklinikum Münster). Am Beispiel des Gehens heißt das: Da die erkrankten Nervenzellen von Patienten mit Parkinson nicht erfassen, dass die Schrittlänge verkürzt ist, werden bei der BIG-Therapie bewusst übergroße Bewegungen trainiert und automatisiert, damit die Patienten mit ihren Schritten näher an das normale Maß herankommen.

Nach ersten Erfahrungen mit der BIG-Therapie am UKM wurde das Angebot auf das Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZaR) ausgeweitet, wo mittlerweile unter der Federführung von Dr. Kirsten Teetz, Ärztliche Leiterin Neurologie im ZaR, ein Großteil der Therapien stattfindet. Das Programm dauert vier Wochen, in denen die Patienten eng von den Physiotherapeuten betreut werden. Abgeschlossen ist die Therapie damit aber nicht; das Konzept sieht ein lebenslanges Lernen vor. „Bei den BIG-Bewegungen handelt es sich um Bewegungen aus dem Alltag, sodass auch in den Phasen, in denen keine Therapie stattfindet, eine Situation des permanenten Übens entsteht und dadurch die verbesserten Bewegungsabläufe immer weiter automatisiert und selbstverständlich werden“, erklärt Teetz das Konzept. Nach Abschluss der Intensiv-Phase werden die Patienten in ein Bewegungsnachsorgenetz eingebunden, um eine längerfristige Verbesserung der Bewegungsfähigkeit und damit der Lebensqualität sicherzustellen. „Regelmäßige Bewegung gehört zur Parkinsonbehandlung wie Medikamente und ausreichend Flüssigkeit“, so Teetz. All dies geschieht unter enger Einbeziehung des Münsterschen Selbsthilfenetzwerkes der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V.

Entwickelt wurde das BIG-Konzept von einer amerikanischen Forschergruppe. In ersten wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass diese Therapie signifikant wirksamer als andere gängige Therapien wie Nordic Walking oder ein Hausübungsprogramm ist und das Fortschreiten der Behinderung verzögert werden. Auch in Münster wird bei allen Patienten die Vorher/Nachher-Situation mittels klinischem Befund und einer Videoanalyse ausgewertet, um den Behandlungserfolg zu dokumentieren. Die Physiotherapeutinnen des UKM und ZaR sind überzeugt von dem Konzept. „Die BIG-Therapie ist für Patienten mit Parkinson die zurzeit wirksamste Methode, um motorische Defizite zu verbessern“, sagt Mirela Jürging (geb. Koza). „Mit verschieden stark betroffenen Patienten konnten wir bereits tolle Erfolge für die Motorik, aber auch die Lebensqualität der Patienten erzielen. Deshalb lautet unsere Empfehlung für alle Parkinson-Patienten: Bewegt euch und denkt groß!“

Den Flyer des ZaR zur BIG-Therapie finden Sie hier.

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