Pressemeldungen Archiv 2013

10.10.13ukm/mdr

Gefäßerkrankungen auf dem Vormarsch: Fast jeder Dritte über vierzig Jahre hat verkalkte Arterien

Interview mit Gefäßspezialist Prof. Dr. Giovanni Torsello zum bundesweiten Gefäßtag am Samstag, 12. Oktober 2013

Prof. Dr. Giovanni Torsello über Risikofaktoren, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Gefäßerkrankungen.

Gefäßerkrankungen stellen zusammen mit Herzerkrankungen die häufigste Todesursache in Deutschland dar. Viele Menschen sind durch Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Cholesterinwerte vorbelastet, haben Krampfadern oder bereits erste verkalkte Gefäße. Die Folgen können schwerwiegend sein. Über Risikofaktoren, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten haben wir mit Prof. Dr. Giovanni Torsello, Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie des UKM (Universitätsklinikum Münster) und Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin, gesprochen.

Welche Risiken bergen kranke Gefäße?
Torsello: Durch Verengung der Beinarterien können Durchblutungsstörungen entstehen, die zur Amputation führen können. Gefäßverschlüsse im Gehirn führen zum Schlaganfall. Werden krankhaft erweiterte Gefäße im Bauch und Brustkorb nicht rechtzeitig erkannt, sterben die Patienten an einem Verblutungsschock.

Was sind die Ursachen?
Torsello: Bei den meisten Patienten entwickeln sich Gefäßerkrankungen aus dem Lebensstil heraus: Nikotinkonsum, Überernährung, übermäßiger Alkoholkonsum und Bewegungsmangel. Die Ursache kann aber auch eine genetische Vorbelastung sein. Kommen mehrere Faktoren zusammen, steigt das Risiko überproportional an.

Welche Warnsignale sollte man ernstnehmen?
Torsello: Typisch Zeichen einer Durchblutungsstörung sind zum Beispiel Schmerzen in den Beinen beim Gehen, auch das immer wieder auftretende und verschwindende Hinken oder schlecht heilende Wunden am Fuß oder am Unterschenkel. Weitere Symptome können eine vorübergehende Lähmung, ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl am Arm oder Bein, Sprach- oder Sehstörungen oder ungewöhnliche Bauch- oder Rückenschmerzen sein.

An wen wende ich mich bei Problemen?
Torsello: Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt, wenn notwendig, wird ein Gefäßspezialist hinzugezogen. Durch Untersuchung mittels Ultraschall, Computer- oder Kernspintomographie können Veränderungen der Gefäßwand sowie Strömungsunregelmäßigkeiten beim Blutfluss erkannt werden.

Und welche Behandlung ist die richtige?
Torsello: Bei frühzeitigem Erkennen werden Medikamente verschrieben. Ist die Gefäßerkrankung weiter fortgeschritten, sind minimal-invasive Operationen wie eine Aufdehnung der Verengung mit einem Ballon-Katheter oder Stent-Implantation, also das Einsetzen einer Metallstütze, möglich. In anderen Fällen sind operative Eingriffe vonnöten. Dann werden die Arterienverkalkungen entweder operativ entfernt oder mit einem Bypass überbrückt.

Wie kann man bestmöglich vorbeugen?
Torsello: Dem Thema Vorbeugung einer Gefäßkrankheit wird noch zu wenig Bedeutung geschenkt. Man sollte nicht rauchen. Auch wenn man jahrelang geraucht hat, lohnt es sich, aufzuhören. Übergewicht sollte vermieden und auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie wenig tierischen Fetten und Salzen geachtet werden. Regelmäßige Bewegung ist ebenso wichtig wie ein normaler Blutdruck. Diabetiker sollten besonders darauf achten, bequeme Schuhe zu tragen und ihre Werte so gut wie möglich einstellen und regelmäßig kontrollieren lassen.

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