Pressemeldungen Archiv 2013

09.12.13ukm/mdr

Den hohen Blutdruck in den Griff bekommen

Hypertoniekongress in Münster: Patiententag mit Vorträgen und informativen Ständen am Freitag, 13. Dezember, im Erbdrostenhof / Eintritt frei

Prof. Dr. Hermann Pavenstädt

Ein normaler Blutdruck liegt bei 120 zu 80. Doch das ist heute eher die Seltenheit. Viele Menschen in Deutschland leiden unter Bluthochdruck, sogenannter Hypertonie. Diese liegt bei Blutdruckwerten von über 140/90 mmHg vor. In Münster findet der diesjährige Jahreskongress der Deutschen Hochdruckliga statt. Es werden über 1000 Bluthochdruckexperten  auf dem Kongress erwartet. Im Rahmen dieses Kongresses informieren die Experten des UKM (Universitätsklinikum Münster) am Freitag, 13. Dezember 2013, von 17 bis 19 Uhr im Erbdrostenhof über das Thema „Den hohen Blutdruck in den Griff bekommen“. Neben einem allgemein verständlichen Vortrag des Kopräsidenten des Hypertoniekongresses, Prof. Dr. Hermann Pavenstädt zum Thema Bluthochdruck gibt es Testmöglichkeiten an Informationsständen sowie Zeit für persönliche Gespräche mit Experten zu den Themen Hypertonie, Ernährung, Bewegung und Sport sowie Stressabbau.

Wir haben im Vorfeld mit Prof. Dr. Hermann Pavenstädt gesprochen:
 
Bluthochdruck wird häufig unterschätzt – eine Vorbeugung ist möglich. Wieso tun wir uns so schwer im Umgang mit diesem Thema?
Pavenstädt: Bluthochdruck tut meistens nicht weh, er ist sozusagen ein stiller Killer. Erblich bedingte Faktoren spielen zwar bei der Entstehung des Bluthochdrucks auch eine Rolle. Aber äußere Ursachen wie zu wenig Bewegung, ungesunde und salzreiche Ernährung, zu viel Alkohol, Rauchen, Übergewicht und Stress tragen ganz wesentlich zu einem hohen Blutdruck bei. Durch einen gesünderen Lebensstil können wir einen besseren Blutdruck erreichen und uns vor Gefäßerkrankungen schützen. Jedoch sind wir häufig erst bereit, etwas zu verändern, wenn es uns schlecht geht. Zudem wird leider oft angenommen, dass ein gesundes Leben weniger Spaß macht. Solange sich der Gedanke der Vorbeugung nicht in unserer Gesellschaft durchsetzt, werden wir zunehmend mit Volks- und Wohlstandskrankheiten wie dem Bluthochdruck  zu kämpfen haben.

Wie überzeugen Sie Menschen vom Präventionsgedanken?
Pavenstädt: Wir klären über die Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Bluthochdruck und anderen Erkrankungen auf. Unser Motto ist: Gesundes Leben macht Spaß. Dazu gehört eine gesunde Ernährung und ein achtsamer Umgang mit seinem Körper. Dies trägt auch zur Zufriedenheit bei. Den meisten Menschen geht es ja seelisch und körperlich besser, wenn sie sich regelmäßig bewegen, sich gesund ernähren und auf Erholungsphasen achten.

Was sind die Gefahren von Bluthochdruck?
Pavenstädt: Bluthochdruck ist weltweit die Todesursache Nummer 1. Er führt zu einer Verkalkung der Gefäße im Körper. Dadurch können viel leichter Herzinfarkt, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen an den Beinen und ein Nierenversagen entstehen.

Was sind denn die Beschwerden bei Bluthochdruck?
Pavenstädt: Die meisten Menschen mit Bluthochdruck haben keine Beschwerden. Daher sollte der Blutdruck vorsorglich einmal im Jahr gemessen werden. Manchmal treten bei Bluthochdruck Schwindel, Unwohlsein und Kopfschmerzen auf. Brustschmerzen, Atemnot, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen  oder Lähmungen, die selten mit einem stark erhöhten Bluthochdruck auftreten, sind Alarmzeichen. Dann können akute Organschäden vorliegen und es ist sofort ein Arzt aufzusuchen. 

Wie sieht die Behandlung aus?
Pavenstädt: In den neuen europäischen Leitlinien zum Bluthochdruck, die gerade veröffentlicht wurden, wird die Wichtigkeit der Lebensstilveränderung als Behandlungsmöglichkeit stark hervorgehoben. Bei einem leicht erhöhten Blutdruck soll versucht werden, den Bluthochdruck durch einen gesünderen Lebensstil zu senken. Neben Sport kann dabei eine Umstellung der Ernährung helfen. Die Ernährung sollte mediterran sein (wenig Fleisch und tierische Fette,  viel Obst und Gemüse). Salz und Alkohol sollte nur in Maßen konsumiert wer-den. Ein Verzicht auf das Rauchen ist wichtig. Ist der Blutdruck deutlich erhöht, müssen zusätzlich Medikamente zur Blutdrucksenkung eingenommen werden. Diese sind in der Regel gut verträglich. Einige wenige Menschen sprechen auch auf die medikamentöse Therapie nicht an. Es gibt neue Katheterverfahren mit denen dann bei diesen Menschen versucht wird den Blutdruck zu senken. Wichtig ist, dass der Bluthochdruck dauerhaft auf einen normalen Wert von  in der Regel unter 140/90 mmHg  gesenkt wird. Nur so kann das Risiko von langfristigen und lebensbedrohlichen Schäden minimiert werden.

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