Zentrum für Krebsmedizin (CCCM)

Informationen für Ärzte

Das Universitätsklinikum Münster (UKM) ist ein Referenzzentrum für Krebserkrankungen für den Nordwesten Deutschlands, in dem ca. 4000 Patienten mit neu diagnostizierten Kebserkrankungen pro Jahr behandelt werden. Innerhalb des klinischen Bereichs des CCCM wurde eine kooperative Struktur geschaffen, die verschiedene hoch entwickelte Zentren vereint. Das CCCM koordiniert die effektive und effiziente Behandlung von Tumorpatienten, entwickelt fachübergreifende Patientenpfade und schafft die Voraussetzungen für ein umfassendes Daten- und Qualitätsmanagement in der Tumorbehandlung.

Parallel zur Gründung des CCCM wurde die Onkologische Tagesklinik für Kinder und Erwachsene in Betrieb genommen. Das Kochenmarktransplantationszentrum, das Nationale Referenzzentrum für Mammographie-Screening, ein Brustzentrum und ein Prostatazentrum sowie das Zentrum für Klinische Studien sind weitere herausragende Einrichtungen, die die Tumormedizin am UKM ganz oder teilweise durchführen bzw. unterstützen.
(Detaillierte Infos zu einigen unserer klinischen Studien finden Sie hier.)

Zahlreiche lokaltherapeutische Methoden der Tumortherapie (Chirurgie unter Beteiligung der Fächer Chirurgie, Orthopädie, Gynäkologie, Urologie, Neurochirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Augenheilkunde und Mund-, Kiefer-Gesichtschirurgie sowie die Strahlentherapie) wurden in Münster klinisch entwickelt, getestet, verbessert und sind heute in international konkurrenzfähiger Form vorhanden. In den verschiedenen operativen und chirurgischen Disziplinen stehen alle gängigen Verfahren für eine minimal-invasive, aber auch sehr komplexe und umfassende Tumorchirurgie zur Verfügung.

Modernste Entwicklungen in der Strahlentherapie, wie der Einführung einer Hochpräzisionstherapie (Stereotaxie, intraoperative Bestrahlung, Intensitätsmodulation, bildgeführte Strahlentherapie, Brachytherapie etc.) wurden und werden wesentlich innerhalb des CCCM entwickelt und in die klinische Routinenutzung eingeführt. Das Nationale Nebenwirkungsregister für Strahlentherapie bei Kindern mit internationaler Vernetzung (RiSK) wird in Münster geführt.

Die systemische Therapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene arbeitet unter Einsatz modernster Verfahren auf allen Gebieten der etablierten Chemo-, Hormon- und Immuntherapie und widmet sich insbesondere der klinischen Erforschung „molekularer“ Therapieansätze. Vor allem bei Blutkrebs (Leukämien, Lymphome) und Knochenkrebs (Ewing-Sarkom) stellen die im CCCM zusammen geschlossenen Einrichtungen sowohl für die Behandlung von Erwachsenen als auch von Kindern und Jugendlichen weit über die Region hinaus wirkende und internationale Schwerpunktzentren dar.

In manchen Fällen müssen Krebserkrankungen mit einer Hochdosistherapie behandelt werden.

Ohne anschließende Knochenmarktransplantation ist dieses nicht möglich. Seit längerem werden am UKM autologe Stammzelltransplantationen durchgeführt. Dabei werden die Stammzellen dem Patienten selbst entnommen und nach der Hochdosis-Chemotherapie wieder zurück gegeben. Das 1998 am Universitätsklinikum eröffnete und inzwischen nach internationalen Kriterien zertifizierte Transplantationszentrum (KMT) nimmt darüber hinaus Knochenmark- und Blutstammzelltransplantationen von Familien- oder Fremdspendern vor.

Neben der gesamten Breite hochspezialisierter Tumorbehandlungen wird die Entwicklung und Testung maßgeschneiderter Therapien für den einzelnen Patienten, die sogenannte „targeted therapy“ in Forschung und Klinik voran getrieben. Dafür stehen hochmoderne Forschungslaboratorien in verschiedenen Einrichtungen des UKM zur Verfügung. Ein neues Institut für molekulare Tumorbiologie hat die Arbeit aufgeommen. Insgesamt resultiert aus dieser Infrastruktur ein schneller Transport wissenschaftlicher Erkenntnisse in die klinische Anwendung.

Nationale Referenzzentren für die pathologische Diagnostik von Brustkrebs und Hirntumoren ermöglichen eine führende Rolle des Universitätsklinikums mit umfangreicher Qualitätssicherung und Akkreditierung nach nationalen Richtlinien. Das Nationale Referenzzentrum Mammagraphie sowie hochentwickelte und modernste radiologische und nuklearmedizinische Diagnostikmethoden, wie Magnetresonanztomographie (MRT), hochauflösende und dynamische Computertomographie (Mehrzeilen-CT), Positronenemisionstomographie (PET-CT) gehören zu den führenden Zentren in Deutschland, deren Weiterentwicklung ein wesentlicher Zweig der Tumorforschung innerhalb des CCCM ist.