Pressemeldungen Archiv 2014

18.07.14ukm/dm

Überproportional viele Notfallbehandlungen am UKM

Mengenstudie skizziert besondere Entwicklung in Universitätskliniken / Vergütungsfrage weiterhin offen

Prof. Dr. Norbert Roeder, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM

Das UKM muss als Maximalversorger ein breites Leistungsspektrum bereithalten.

Eine jetzt veröffentlichte Studie* unterstreicht den Versorgungsauftrag der Universitätsklinika zur Notfallversorgung und Behandlung besonders schwerer Fälle und widerlegt damit gleichzeitig die seit 2013 vermehrt getätigten pauschalen Negativaussagen über das deutsche Krankenhaussystem. Eine wesentliche Aussage der aktuell veröffentlichten Studie, die Forscher aus Hamburg und Berlin in gesetzlichem Auftrag erstellt hatten: die Universitätskliniken richten ihr Behandlungsangebot weniger stark an den Preisen für Krankenhausleistungen aus als andere Krankenhäuser, so das Gutachten. „Unser Auftrag ist die Trias von Forschung, Lehre und Krankenversorgung. Wir müssen ein breites Leistungsspektrum vorhalten und können uns nicht auf vermeintlich lukrative Behandlungen fokussieren“, erklärt Prof. Dr. Norbert Roeder, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM (Universitätsklinikum Münster). 

Er nennt das Beispiel der Behandlungen von seltenen und besonders komplexen Erkrankungen, die fast ausschließlich an Universitätskliniken möglich sind. Weder Krankenhäuser noch Arzneimittelfirmen hätten hier ein großes Interesse an der weiteren Erforschung, weil diese Krankheiten nur einen Bruchteil der Bevölkerung betreffen. Die neuesten Erkenntnisse der Medizinforschung an Universitätsklinika werden im Rahmen der so genannten Translation direkt in die Patientenversorgung überführt und helfen, auch seltene Krankheiten bestmöglich zu untersuchen und zu behandeln.

Aus der Studie geht auch hervor, dass die Bedeutung der Universitätsklinika für die Versorgung von akuten Notfällen wie etwa Schädel-Hirn-Traumata oder Brandverletzungen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat (4,1 Prozent jährlich versus 1,8 Prozent in nicht universitären Häusern). „Wir können diese Entwicklung, die unserem besonderen Versorgungsauftrag und der politisch gewollten Konzentration von hochspezialisierten Leistungen an besonders ausgewiesenen Behandlungszentren entspricht, auch für das UKM bestätigen“, sagt Roeder. Dies gelte insbesondere auch für Zeiten an Wochenenden und in der Nacht. „Wir halten Experten rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr vor.“

Widerlegen können die Ersteller der Studie, die wiederholt pauschal getätigte Aussage, dass die gestiegenen OP-Zahlen in deutschen Krankenhäusern vorrangig ökonomische Gründe haben: Dies wird unter anderem damit begründet, dass gerade spezialisierte Krankenhäuser der Maximalversorgung und damit insbesondere Universitätskliniken aufgrund ihres Versorgungsauftrages „nur bedingt Einfluss auf das angebotene Leistungsspektrum nehmen können“. Zwar seien auch dort die Zahlen gestiegen, im Vergleich aber nicht bei den „medizinisch eher planbaren Leistungen“, sondern „bei den Gruppen mit medizinisch eher akutem Charakter, z.B. Schädel-Hirn-Traumata. Wir wehren uns insbesondere gegen den pauschalen Vorwurf, dass Krankenhäuser nicht notwendige Leistungen aus ökonomischen Gründen erbringen. In unserer Region konnte ich dies bisher nicht beobachten“, ergänzt Roeder. Auch das UKM verzeichne jährlich steigende Patientenzahlen. Stationär wurden im vergangenen Jahr 58.646 Patienten versorgt (2012: 56.400), ambulant 496.331 Fälle (2012: 463.995). Roeder betont: „Wir sehen es als Beleg, dass die Bedeutung unserer Arbeit und das breite Leistungsspektrum in Zeiten, in denen alle deutschen Krankenhäuser sich entsprechend ihrer jeweiligen Spezialisierung ausrichten, zunehmen. Es muss jedoch auch sichergestellt werden, dass diese in spezialisierten  Zentren erbrachten Leistungen auch adäquat finanziert werden.“ Dazu gehöre für die Universitätsmedizin neben der teilweise sehr spezialisierten und kostenintensiven Krankenversorgung auch die Forschung sowie die Aus- und Weiterbildung von Ärzten.

*(Forschungsauftrag zur Mengenentwicklung von der Deutschen Krankenhausgesellschaft u. GKV-Spitzenverband)

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