Pressemeldungen Archiv 2014

30.09.14ukm/mdr

Rollende Intensivstation für Transport von Früh- und kranken Neugeborenen

Transportinkubator ermöglicht Milliliter-genaue Beatmungsform analog zur Intensivstation / Investition von rund 100.000 Euro

Im Rettungswagen oder Hubschrauber kommt der neue Transportinkubator des UKM zum Einsatz, wie (v.l.n.r.) Hauptbrandmeister Guido Blömker (Feuerwehr Stadt Münster), Kinderkrankenpflegerin Nicole Korzen, Prof. Dr. Heymut Omran und Dr. Katja Masjosthusmann (alle UKM) demonstrieren.

Das UKM (Universitätsklinikum Münster) hat einen neuen Inkubator für den Transport von Früh- und (schwer)kranken Neugeborenen angeschafft. Dieser ermöglicht erstmals die gleiche, hoch präzise Beatmungsform, wie sie auf einer Kinderintensivstation im Klinikum Standard ist. „Wir bringen damit die Intensivstation zum Patienten“, erklärt Prof. Dr. Heymut Omran, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin – Allgemeine Pädiatrie – des UKM. „Das ist ein qualitativer Quantensprung zu den bisherigen Transporten.“ Entwickelt wurde das Produkt in zweijähriger Arbeit vom Team der interdisziplinären neonatologischen und pädiatrischen Intensivstation des UKM gemeinsam mit Ingenieuren des Medizintechnikherstellers Heinen + Löwenstein sowie der Berufsfeuerwehr Münster und dem ADAC. Das UKM hat rund 100.000 Euro in das Projekt investiert.

Zum Einsatz kommt der neue Transportinkubator, wenn sehr kleine Frühchen  oder kranke Neugeborene aus umliegenden Geburts- und Kinderkliniken ins UKM verlegt werden müssen, beispielsweise, wenn es Komplikationen bei der Geburt gab oder ein chirurgischer Eingriff notwendig ist. Die richtige Beatmung, die sich aufgrund des kleinen Lungenvolumens im Milliliter-Bereich abspielt, kann in solchen Fällen überlebenswichtig sein. „Wir können nun während des Transports das Atemzugvolumen und die Menge des ausgeatmeten Kohlendioxids auch bei sehr kleinen Kindern messen und optimal einstellen“, sagt Oberärztin Dr. Katja Masjosthusmann. Diese Technik, die über Displays visuell dargestellt wird und damit unabhängig von Fahrt- oder Fluglärm ist, ist bei der stationären Versorgung auf einer Kinderintensivstation ebenso üblich wie die Hochfrequenzoszillation, eine spezielle Beatmungsform für schwer lungenkranke Babys. Im Rettungswagen oder Hubschrauber ist der Einsatz jedoch neu – und brachte deshalb auch einige zu überwindende technische Hürden mit sich. Das spezielle Beatmungsgerät ist nicht nur zusätzliche Masse, die für einen Unfall entsprechend gesichert sein muss; es benötigt auch sehr viel Strom. „Diese Zufuhr muss bei einem Ausfall sichergestellt sein“, erklärt Hauptbrandmeister Guido Blömker von der Feuerwehr der Stadt Münster. „Letztendlich haben wir die Stromzufuhr für den Notfall jetzt sogar doppelt abgesichert, unter anderem mit einem externen Akku, der eine Stunde den vollen Betrieb ermöglicht.“

Um das Prinzip der mobilen Intensivstation zu komplettieren, wird jeder Transport durch einen erfahrenen Arzt und eine speziell ausgebildete Intensivpflegekraft des UKM begleitet. Dies gilt für eine Verlegung nach Münster ebenso wie für eine heimatnahe Rückverlegung. „Mit diesem Konzept können wir im Deutschland-weiten Vergleich eine besonders effektive und schonende und vor allem schnelle Versorgung von Früh- und Neugeborenen sicherstellen“, sagt Prof. Dr. Heymut Omran.

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