Pressemeldungen Archiv 2015

09.01.15ukm/vj

Auch krebskranke Kinder bewegen sich gern

Sportprogramm am UKM reduziert Belastungen von Krebstherapie / Umgang mit der Krankheit wird durch Bewegung verbessert

Haben Spaß an der gemeinsamen Bewegung (v.l.n.r.): Prof. Dr. Heribert Jürgens, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin - Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Levon Danielyan, Dr. Miriam Götte, Ella Scholte und Dr. Sabine Kesting.

Levon jubelt – 48 Meter weit ist der Zehnjährige mit den Skiern gesprungen. Ob er noch weiter springen kann? Er geht in die Hocke, nimmt Schwung und streckt sich mit viel Schwung schnell nach oben. Die Infusion mit dem Chemotherapeutikum an seinem Arm hat er längst vergessen.

Die Skisprünge, die Levon ohne Pause absolviert, sind nicht real, sondern finden mithilfe einer Spielekonsole in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin - Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am UKM (Universitätsklinikum Münster) statt. Sie sind Teil eines speziellen Sportprogramms, das den krebskranken Kindern der Klinik regelmäßig angeboten wird. „Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, der meistens auch während einer Krebserkrankung vorhanden ist“, sagt Prof. Dr. Joachim Boos, Oberarzt der Klinik. Oft wird dieser Drang aber durch verunsicherte Eltern oder medizinisches Personal unterbunden, um den kleinen Patienten zu schonen – mit negativen Konsequenzen für die Zukunft: Während mittlerweile viele Formen von Krebs bei Kindern heilbar sind, sind es die Spätfolgen der Krankheit, die Medizinern heute Kopfzerbrechen bereiten. „Wir wissen, dass die Kinder durch die Bewegungseinschränkung Selbstvertrauen verlieren und nach ihrer Genesung häufig unter starkem Übergewicht und psychischen Problemen leiden. Um dies bereits während der Krebstherapie zu vermeiden, haben wir das Sportprogramm ins Leben gerufen“, erklärt Boos.

Neben der Spielekonsole kommen Bälle, kleinere Gewichte, Fitnessgeräte und andere Hilfsmittel zum Einsatz, bewegt wird sich auf der Station, in der Klinikturnhalle oder im Fitnessraum. Auch eine Skifreizeit mit anderen betroffenen Familien einmal im Jahr gehört dazu. Die Sportwissenschaftlerinnen Dr. Miriam Götte und Dr. Sabine Kesting, die das Programm durchführen, besprechen vorab ausführlich die individuellen medizinischen Grenzen für jedes Kind mit diesem selbst, seinen Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten. Damit Sport und Bewegung auch nach dem Klinikaufenthalt für die Kinder möglich sind, stehen die Sportwissenschaftlerinnen im Austausch mit Vereinen und Schulen und beraten zu den Möglichkeiten, die kleinen Patienten wieder in den Sport zu integrieren.

Nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern profitieren von dem Programm, das über die Kinderkrebshilfe Münster e.V. und Horizont – Kinderkrebshilfe Weseke e.V. finanziert wird. „Die Eltern sind positiv überrascht, dass ihre Kinder trotz der Krankheit Sport treiben können. Das fördert den Abbau von Ängsten und verbessert den Umgang mit der Krankheit“, freut sich Boos. Dass seine Skisprünge also auch einen therapeutischen Effekt haben, interessiert Levon allerdings kaum. Ihm geht es wie allen anderen Kindern auch: Es macht ihm einfach Spaß, sich zu bewegen.

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