Pressemeldungen Archiv 2015

23.03.15ukm/vj

Spezielle Atemtherapie für Patienten am UKM

Ingo Beecken ist erster Atmungstherapeut am UKM / Bindeglied zwischen Ärzten und Pflegenden / 600 Stunden Weiterbildung ermöglichen Atmungsanalysen und -therapien

Atmungstherapeut Ingo Beecken demonstriert die Handhabung eines Geräts für das Sekretmanagement.

Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen – was für die meisten Menschen selbstverständlich ist, ist für andere nur mit bewusster Willensanstrengung möglich. Besonders Patienten mit Erkrankungen des Nervensystems wie ALS oder anderen Formen von Muskelschwund sowie Kranke, die intensivmedizinisch betreut werden mussten, haben oft Schwierigkeiten mit dem selbstständigen Atmen. Am UKM (Universitätsklinikum Münster) trainiert jetzt erstmalig ein zertifizierter Atmungstherapeut mit diesen Patienten das richtige Luftholen.

Ingo Beecken, der in der Klinik für Schlafmedizin und Neuromuskuläre Erkrankungen des UKM beschäftigt ist und auch die Patienten auf der neurologischen Intensivstation mitbetreut, ist Fachgesundheits- und Krankenpfleger für Anästhesie- und Intensivpflege und seit knapp 15 Jahren am UKM beschäftigt. Als erster Mitarbeiter des Klinikums hat er jetzt die Zusatzausbildung zum Atmungstherapeuten, die von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. angeboten wird, absolviert und in insgesamt 600 theoretischen und praktischen Unterrichtsstunden gelernt, wie er Patienten beim eigenständigen Luftholen unterstützen kann. „Herr Beecken ist in seiner neuen Tätigkeit das Bindeglied zwischen Pflegenden und Ärzten“, erklärt Klinikdirektor Prof. Dr. Peter Young. „Er erstellt eine ausführliche Beatmungsanalyse, wir stimmen dann gemeinsam ein Entwöhnungskonzept von den Beatmungsmaschinen ab, das von Herrn Beecken wiederum zusammen mit den Pflegenden umgesetzt wird.“ Doch nicht nur dieses sogenannte Weaning gehört zu seinen Aufgaben. Beecken führt auch selbstständig Atmungsanalysen bei nicht-beatmeten Patienten durch und trainiert mit denen, die an einer Muskelschwäche leiden, das korrekte Atmen und Husten. Er schult Pflegekräfte und Assistenzärzte und organisiert für besonders erkrankte Patienten die Geräte für eine nächtliche Beatmung zu Hause.

„Die Arbeit ist sehr vielfältig und macht viel Spaß. Die Weiterbildung hat sich also sowohl für mich persönlich als auch für die Patienten absolut gelohnt“, freut sich Beecken. Ein Erfolg, an den das UKM anknüpfen möchte: Zwei weitere Gesundheits- und Krankenpfleger des Klinikums haben inzwischen ihre Weiterbildung zum Atmungstherapeuten begonnen.

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