Pressemeldungen Archiv 2015

05.11.15DVSG

Zugang zu Gesundheitsleistungen für alle Bevölkerungsgruppen sicherstellen

DVSG-Bundeskongress Soziale Arbeit im Gesundheitswesen „Menschen erreichen – Teilhabe sichern“ diskutiert Lösungen für eine diskriminierungsfreie Teilhabe im Gesundheitswesen

V.l.: Ulrich Kurlemann (1. Vorsitzender der DVSG/Leiter Sozialdienst UKM), Barbara Steffens (Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW), Markus Lewe (Oberbürgermeister der Stadt Münster) und Heike Ulrich (2. Vorsitzende der DVSG).

Der DVSG-Bundeskongress Soziale Arbeit im Gesundheitswesen findet am 5. und 6. November 2015 in Münster/Westfalen statt. An dem Fachkongress und der begleitenden Fachausstellung nehmen rund 600 Expertinnen und Experten aus Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland teil. Die Veranstaltung wird bereits zum vierten Mal vom Universitätsklinikum Münster (UKM) unterstützt. Unter dem Leitthema „Menschen erreichen – Teilhabe sichern“ steht im Mittelpunkt der fachlichen Beratungen das Phänomen, dass bei einer ausgeprägten sozialen Ungleichheit in der Gesellschaft ausgerechnet benachteiligte und gesundheitlich besonders belastete Bevölkerungsgruppen vergleichsweise schlecht von gesundheitlichen Versorgungs- sowie Beratungs- und Präventionsleistungen erreicht werden. Damit kommt es bei benachteiligten Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen häufig zu einer weiteren Verschlechterung von Teilhabemöglichkeiten.

„Um den existierenden Problemen besser begegnen zu können, werden zielgruppengerechte Angebote und Leistungen benötigt. Daneben müssen Beratungsleistungen im Gesundheitswesen systematischer vernetzt werden“, sagte Ulrich Kurlemann, 1. Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG) und Leiter der Stabsstelle Sozialdienst/Case Management des Universitätsklinikums Münster am ersten Kongresstag.

Denn Gesundheit ist eine zentrale Grundlage gesellschaftlicher Teilhabe. Die Möglichkeiten zum Erhalt und zur Wiederherstellung von Gesundheit sind jedoch stark von dem sozialen Status abhängig. Soziale Einflussfaktoren und benachteiligende soziale Lage können sich über alle Lebensphasen hinweg negativ auf den Gesundheitszustand auswirken und erhebliche Auswirkungen auf die sozialen Teilhabechancen haben. So können soziale Risikofaktoren wie Armut und Arbeitslosigkeit als Ursache und als Folge von gesundheitlichen Beeinträchtigungen angesehen werden. Beispielsweise stellt Arbeitsunfähigkeit aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen ein erhebliches Armutsrisiko dar. Umgekehrt gehen mit Armut erhebliche Gesundheitsrisiken einher. Die betroffenen Menschen sind damit der Gefahr ausgesetzt, in einen Teufelskreislauf zu geraten. Für eine nachhaltige Entlastung dieser besonders betroffenen Personengruppen ist eine stärkere Bedürfnisorientierung des Versorgungssystems notwendig. Diese ist jedoch nur dann umzusetzen, wenn ineinandergreifende Versorgungsketten in einer engen Vernetzung der verschiedenen Beratungs-,  Hilfe- und Unterstützungsleistungen aufgebaut werden. Hierfür bedarf es einer gesetzlichen Absicherung und einer soliden Finanzierung.

In ihrer Eröffnungsrede betonte die Schirmherrin des Kongresses, Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, dass die Sicherung der gesellschaftlichen Teilhabe von gesundheitlich beeinträchtigten Menschen, insbesondere in prekären Lebenslagen, nicht alleine dem Gesundheitswesen als Aufgabe zugewiesen werden könne. Die Lösungsansätze seien mehrdimensional angelegen und würden alle gesellschaftlichen Bereich betreffen. Der Sozialen Arbeit komme die wichtige Rolle zu, als Schnittstelle zwischen dem Gesundheitswesen, dem Sozialwesen und der konkreten Lebenswelt der betroffenen Menschen im Sinne eines Case Managements zu vermitteln.

Sozialdienste und ambulante gesundheitsbezogene Beratungsstellen spielen beim Zugang zu den Leistungen und Angeboten des Gesundheitswesens für alle Gruppen eine zentrale Rolle. Soziale Arbeit im Gesundheitswesen zielt dabei auf die Stärkung einer möglichst autonomen und selbstbestimmten Lebensführung trotz gesundheitlicher und funktioneller Einschränkungen. Auf individueller Ebene setzt die Soziale Arbeit bei Gesundheitsförderung und der Prävention von Gesundheitsrisiken sowie der Erschließung von Gesundheitsleistungen und kompensatorischen Sozialleistungen an. Gleichzeitig werden die betroffenen Menschen bei der Bewältigung von Krankheitsfolgen, wie Behinderung, Pflegebedürftigkeit, Arbeitslosigkeit sowie weiteren persönlichen und beruflichen Auswirkungen begleitet und unterstützt.

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