UKM Kompetenzzentrum Chronischer Pruritus

Prurigo nodularis - Folge des Chronischen Pruritus

Bei der Prurigo nodularis (PN) handelt es sich um ein sekundäres Reaktionsmuster bei chronischen Pruritus. Diagnostisch und therapeutisch stellt diese komplexe Entität eine große Herausforderung dar. Demzufolge weisen betroffene Patienten eine oft bemerkenswert lange Leidensgeschichte auf.

Viele Fragen bezüglich der Pathogenese der PN sind bis heute gänzlich ungeklärt. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse und derzeit laufende Studien (siehe rechte Spalte) lassen jedoch hoffen, dass in nicht allzu ferner Zukunft ein geschlossenes Bild zu dieser Erkrankung vorliegen wird.

Klinische Definition und Klassifikation

Die Prurigo nodularis wurde bereits 1909 von J.N. Hyde erstmals beschrieben. Von der ersten Beschreibung an wurde der Begriff „Prurigo“ immer in Assoziation mit Pruritus verwendet. Im Laufe der Zeit fand der Begriff jedoch Aufnahme in die heute gebräuchliche dermatologische Nomenklatur auch für primäre Dermatosen. Daraus ergeben sich eine derzeit uneinheitliche Verwendung des Begriffes und eine mangelnde klinische Abgrenzung der verschiedenen Erkrankungen, die den Begriff „Prurigo“ tragen. Der Begriff „Prurigo“ wird sowohl mit sekundären, kratzverursachten Hautläsionen als auch mit primären Dermatosen in Verbindung gebracht.

Primäre Dermatosen, die den Begriff Prurigo tragen

• Prurigo pigmentosa
• Prurigo actinica
• Prurigo simplex acuta
• Prurigo simplex subacuta

Die Prurigo nodularis ist davon abzugrenzen und ist als sekundäres Reaktionsmuster bei chronischem Pruritus und permanentem Kratzen anzusehen. Sie  kann somit als die Maximalvariante des Symptoms gelten mit entsprechend erschwertem Therapiemanagement.

Klinik der Prurigo nodularis

Wesentliche Aspekte bezüglich der Ätiologie und der Pathogenese der PN sind noch immer unklar. Grundeffloreszenz sind intensiv juckende Papeln oder Knoten. Die Prurigo nodularis ist immer eine Folge von chronischem Jucken mit

• stärkstem Juckempfinden
• erheblichem Leidensdruck
• intensivem Kratzen
• aus dem Kratzen resultierenden therapierefraktären Knoten
• isoliert stehenden, erhabenen Knoten oder Papeln, die häufig symmetrisch angeordnet sind

Erste Kenntnisse zur Pathogenese

Erfreulicherweise findet die Prurigo nodularis seit 2013 international wissenschaftliche Beachtung in klinischen Prüfungen. (Link zur Seite Studien) Trotzdem ist die Kenntnis der Prurigo nodularis, deren Folgen und das wissenschaftliche Verständnis weiterhin unzureichend. Studien konnten in der Vergangenheit zeigen, dass kutane neuronale und immunologische Mechanismen eine Rolle spielen. So scheint eine erhöhte Anzahl von Mastzellen, T-Zellen und eosinophilen Granulozyten in der Haut von Patienten vorzuliegen, die wiederum die erhöhte Ausschüttung z.B. des Nervenwachstumsfaktors (NGF) provozieren. Dies wird in Zusammenhang mit einer neuronalen Hyperplasie sensorischer Nervenfasern gebracht, die an der Genese des Pruritus beteiligt sind.

Eine Vielzahl von Dermatosen und systemischen Erkrankungen kann einen chronischen Pruritus verursachen, in dessen Folge sich in einigen Fällen eine Prurigo nodularis entwickelt:

• Atopische Dermatitis
• Bullöses Pemphigoid
• chronische Niereninsuffizienz
• hämatologische Erkrankungen
• neurologische Erkrankungen
• HIV-Erkrankung

 
 
 
 
 
 
   
 

Kontakt

Prurigo nodularis Liga
im Kompetenzzentrum Chronischer Pruritus (KCP)

Von-Esmarch-Straße 58
48149 Münster
T: +49 251 / 83 – 57 470
pnl(at)­ukmuenster(dot)­de

Experten für die Behandlung

Die ärztlichen Versorgungsstrukturen sind derzeit noch im Aufbau. Fünf Experten, allesamt Unterstützer der Prurigo nodularis Liga, sind auf die Behandlung dieser Patientengruppe spezialisiert. Informieren Sie sich gerne zu diesen Experten für die Behandlung von Prurigo nodularis.