Pressemeldungen Archiv 2016

30.05.16ukm/ks

40 Jahre Anästhesiologie am UKM: Energiegeladener „Spätzünder“ mit weltweiter Wirkungskraft

Interview mit Klinikdirektor Prof. Dr. Dr. h.c. Hugo Van Aken über die Entwicklungen in Münster und aktuelle Projekte

Amtsübergabe Prof. Peter Lawin an Prof. Hugo Van Aken 01.08.1995 (v.r.)

Weltrekordversuch vor dem Schloss: Fast 12.000 Schüler nahmen 2013 gleichzeitig an einem Reanimations-Training teil.

Am 4. Juni 1976 wurde die Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin am UKM (Universitätsklinikum Münster) gegründet. Der damalige Direktor Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Lawin startete mit 40 Ärzten und 61 Pflegekräften. Seit 1995 leitet Prof. Dr. Dr. hc. Hugo Van Aken die Klinik mit heute 450 Mitarbeitern (160 Ärzte, 290 Pflegende).

>> Herr Prof. Van Aken, wie fing alles an?
Van Aken: Münster ist sehr spät gestartet. Andere hatten bereits in den 60ern ihre Lehrstühle eingerichtet, wir waren fast zehn Jahre später dran. Dafür hat Prof. La-win, der aus Hamburg nach Münster kam, es zur Bedingung gemacht, dass hier extra eine Klinik für Anästhesiologie gekoppelt mit der operativen Intensivstation eingerichtet wurde. Weil diese in den damaligen Bau des Klinikums nicht mit eingeplant gewesen war, sind die Einheiten räumlich bis heute getrennt. Wie schön, dass sich das zukünftig mit dem Bau des neuen Bettenhauses ändern wird. 

>> Was wurde von Münster aus für die Anästhesiologie bewirkt?
Van Aken: Dem Engagement von Prof. Lawin und allen Ärzten und Pflegenden der Klinik ist mit zu verdanken, dass die Anästhesiologie als Zusammenspiel von Anästhesie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin gesehen wird. Die Intensivmedizin ist sozusagen die Fortführung der Anästhesie bei sehr komplexen Eingriffen. Auch bei der Schmerztherapie hatten wir eine Vorreiterrolle. So gesehen hat unser Team die Weiterentwicklung  der Anästhesiologie in Deutschland und Europa innerhalb der vergangenen 40 Jahre mit vorangebracht.

>>Was sind aktuelle Entwicklungen?
Van Aken: Münster ist in Sachen Patient Blood Management – bei dem wir interdisziplinär arbeiten – ganz vorne mit dabei. Dabei geht es um den adäquaten Einsatz von Fremdblutprodukten nach dem Grundsatz: So viel fremdes Blut wie nötig, so wenig wie möglich. Zusätzlich kristallisiert sich immer mehr die Palliativmedizin als mögliche weitere Säule unseres Faches heraus.

>>Neben den klinischen Meilensteinen ist Münster auch im Bereich der Laienreanimation sehr engagiert.
Van Aken: Ja, denn Deutschland ist Schlusslicht, wenn es darum geht, Erste Hilfe zu leisten. Das wollten wir ändern und haben vor einigen Jahren das Projekt „Schüler werden Lebensretter“ ins Leben gerufen. Am Weltrekordversuch zum Reanimations-Training vor dem Schloss im September 2013 haben fast 12.000 Schüler teilgenommen. Das war einer der schönsten Tage meines Lebens. Danach ist die Inzidenz der Laienreanimation hier in Münster von 20 auf 50 Prozent gestiegen. Dadurch konnten zwei bis drei Mal mehr Menschenleben gerettet werden nach plötzlichem Herzstillstand. Mit  „Kids save lives“ wird das Ganze auch international in die Welt transportiert. Ich bin voller Hoffnung, dass ein richtiges WHO-Programm daraus wird. Da werde ich hartnäckig dabei bleiben: Das ist eine Lebensaufgabe!

Info: Das Symposium zum 40-jährigen Bestehen findet statt am Samstag, 4. Juni 2016, 09.00-13.00 Uhr, Aula des Schlosses (Schlossplatz 2, 48149 Münster).

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