Pressemeldungen Archiv 2016

15.12.16ukm/aw

PSA-Test: Ja oder Nein? Entscheidungshilfe kann Männern den Weg weisen

Projekt des UKM Prostatazentrums hilft, das Risiko abzuwägen / Gefördert von den Deutschen Krebshilfe / Ausgezeichnet als beispielhaftes Projekt „Landesinitiative Gesundes Land NRW“

Prof. Dr. Axel Semjonow (rechts) und das Team des UKM Prostata-Zentrums sind für die Entwicklung von „PSAInForm“ vom Land ausgezeichnet worden.

Für sein Studien- und Modellprojekt „PSAInForm“ ist das UKM Prostatazentrum mit dem Logo „Beispielhaftes Projekt Gesundes Land NRW“ ausgezeichnet worden. Der Wettbewerb des Landesgesundheits-ministeriums will die Selbstbestimmung von Patientinnen und Patienten stärken. „Damit sind unsere Anstrengungen, eine Entscheidungshilfe für Männer zu entwickeln, die ihnen hilft, abzuwägen, ob sie einen PSA-Test machen wollen, belohnt worden“, freut sich Prof. Axel Semjonow,  Leiter des UKM Prostatazentrums (Universitätsklinikum Münster).

Der PSA-Test ist ein Bluttest, mit dessen Hilfe die Höhe des PSA (Prostata-spezifisches Antigen) im Blut bestimmt werden kann. PSA ist ein Eiweißstoff, der nur im Prostatagewebe vorkommt und in ganz geringen Mengen im Blut nachweisbar ist. Der Blut-Test ist die empfindlichste Methode zur Früher-kennung von Prostata-Krebs: Mit Vor-, aber auch Nachteilen. So kann ein erhöhter PSA-Wert einen frühzeitigen Hinweis auf Prostata-Krebs geben und damit helfen Prostata-Krebs-Todesfälle zu verhindern, er kann aber auch zur Diagnose von sehr frühen und mutmaßlich harmlosen Prostata-Krebs-Arten führen, die keine, oder nur eine verzögerte Therapie erfordern. Zudem können auch gutartige Erkrankungen (z.B. Prostatavergrößerungen oder -entzündungen) mit einem erhöhten PSA-Wert einhergehen: „Das macht die Entscheidung für oder gegen den Test so schwierig“, weiß Semjonow, „Ein normales Testergebnis kann Männer beruhigen, ein auffälliges Ergebnis aber verunsichern. Es schürt die Angst vor einem vielleicht vorhandenen Krebs, mit dem man andererseits aber unter Umständen sogar Jahre problemlos leben kann. Es gibt keine ‚richtige‘ oder ‚falsche‘ Entscheidung den Test zu machen: Wichtig ist es, eine eigene Entscheidung zu treffen.“

Um Männer dabei zu unterstützen, hat das UKM Prostatazentrum die Entscheidungshilfe „PSAInForm“ entwickelt. Das Studien und Modellprojekt soll in erster Linie die Selbstbestimmung von Männern im Rahmen der Prostatakrebs-Früherkennung stärken. Die Entscheidungshilfe wird im Rahmen der Studie Arztpraxen im Regierungsbezirk Münster in Form eines Computerprogrammes zur Verfügung gestellt. Zusammen mit dem Arzt „klickt“ sich der interessierte Mann dabei durch neun Seiten, auf denen ihm mit Daten und Fakten das „Für“ und „Wider“ des PSA-Tests näher gebracht wird. Die Entscheidungshilfe klärt zum Beispiel darüber auf, wie hoch das Risiko ist, an Prostatakrebs tatsächlich erkrankt zu sein oder sogar daran zu versterben – und das jeweils mit und ohne PSA-Test. „Die Risikoabwägung muss am Ende aber jeder Einzelne für sich treffen“, sagt Christiane Bothe, Studienkoordina-torin und Geschäftsführerin des UKM Prostatazentrums. Ziel der Studie ist es, dass die Männer gut informiert die für sie richtige Wahl treffen.“ Unterstützt wird „PSAInForm“ von der Deutsche Krebshilfe, die das Modellprojekt seit 2013 mit insgesamt zwei Millionen Euro fördert.

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