Foto Schwerkranke Neugeborene

Entlassmanagement für schwer kranke Früh- und Neugeborene

Der Versorgungsbedarf schwer kranker Früh- und Neugeborener ist in den ersten Lebensjahren enorm hoch. Nach der primären Versorgung werden die Säuglinge in den häuslichen Alltag entlassen. Auf sich allein gestellt, sind viele Eltern unsicher, wie sie ihr schwer krankes Kind versorgen sollen. Die Einschätzung von ungewöhnlichem Verhalten oder Symptomatiken fällt schwer, die Kommunikation mit Kinderarzt, ambulantem Pflegedienst, Sanitätshaus und Krankenkasse überfordert die ohnehin stark belasteten Eltern, pflegerische Arbeiten und der Umgang mit medizinischen Geräten sind noch ungewohnt und verunsichern. Die mögliche Überforderung führt bei vielen Eltern dazu, dass sie sich erneut an die Klinik wenden. In der Regel kommt es bei Frühgeborenen innerhalb des 1.Lebensjahres bis zu vier weiteren stationären Aufenthalten.

Diese unbefriedigende und auch kostenintensive Versorgungslücke mit dem daraus folgenden „Drehtüreffekt“ beantwortet das UKM seit dem Jahr 2006 in Zusammenarbeit mit der Barmer Ersatzkasse mit einem „Entlassmanagement für schwerkranke Früh- und Neugeborene“. Bei diesem bundesweit einmaligen Projekt werden betroffene Eltern auf die Entlassung ihrer Kinder und das Leben zu Hause vorbereitet, um so eine zeitgerechte Entlassung nach Hause zu ermöglichen und unnötige Folgeaufenthalte zu reduzieren. Das Projekt beinhaltet folgende Aspekte:

  • Voraussetzung für die Teilnahme an dem Projekt ist die Mitgliedschaft in der BEK und ein kritischer Gesundheitszustand gemäß dem Kriterienkatalog des Konzepts.
  • Noch während der stationären Behandlungszeit wird ein spezielles Elterntraining angeboten. Während mehrerer Tage trainieren die Eltern über 24 Stunden auf Station die Versorgung ihres Kindes unter enger ärztlicher und pflegerischer Anbindung.
  • In Zusammenarbeit mit der Krankenkasse organisieren die Mitarbeiter der Station alle notwendigen medizinischen Spezialgeräte, medizinische und pflegerische Hilfsmittel und vermitteln Kontakte zu Sanitätshäusern, Apotheken und ambulanten Pflegediensten.
  • Im Bedarfsfall werden die Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes geschult, um die z.T. sehr spezielle pflegerische Versorgung leisten zu können.
  • Nach der Entlassung berät und begleitet das Pflege-Team des UKM die Eltern noch bis zu 9 Wochen vor Ort. Je nach Bedarf der Eltern fahren Pflegende der Früh- und Neugeborenen ein bis zwei Mal pro Woche zu ihren ehemaligen Patienten und unterstützen die Eltern bei der häuslichen Versorgung ihres Kindes. In der Regel ist eine angemessene Versorgung der kleinen Patienten nach sechs bis neun Wochen sichergestellt.
 
 
 
 
 
 
   
 
Foto Stationärer Aufenthalt von Baby
Foto Schwerkranke Neugeborene
Foto Schwerkrankes Neugeborenes