Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie

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Wahlfächer in der Phoniatrie und Pädaudiologie

World Hearing Day 2016 in Genf

V.l.n.r.: Prof. Antoinette am Zehnhoff-Dinnesen, Münster, Professor Shelly Chadha, Technical Officer, Prevention of Deafness and Hearing Loss, Blindness and Deafness Prevention, Disability and Rehabilitation, WHO, Genf, Prof. Katrin Neumann, Bochum, Prof. Alarcos Cieza, Coordinator Blindness and Deafness Prevention, Disability and Rehabilitation (BDD), WHO, Genf

Am 3. März 2016 nahm die PanCareLIFE-Forscherin ( EU Framework 7th Programme Project No. 602030)  Prof. Antoinette am Zehnhoff-Dinnesen am „World Hearing Day“ Seminar zum Thema: „Childhood hearing loss: act now, here is how!“ im WHO – Hauptquartier in Genf (Schweiz),  teil. Die Veranstaltung wurde von Professor  Alarcos Cieza, Koordinatorin Blindheit und Gehörlosigkeit Prävention, Behinderung und Rehabilitation (BDD), WHO und Professor Shelly Chadha, Technischer Offizier, Prävention von Gehörlosigkeit und Hörverlust, Blindheit und Gehörlosigkeit Prävention, Behinderung und Rehabilitation, WHO, organisiert.

"Es war eine große Ehre für mich, die Bekanntschaft vieler hoch engagierter Persönlichkeiten aus aller Welt zu machen, die die Interessen von Gehörlosen und Hörgeschädigten unterstützen", sagt die Direktorin der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie am UKM.In diesem Jahr war der World Hearing Day dem Hörverlust in der Kindheit gewidmet. In der Broschüre  "CHILDHOOD HEARING LOSS ACT NOW; HERE’S HOW!" (www.who.int/pbd/deafness/world-hearing-day/en) hebt die WHO die Bedeutung der Prävention hervor: Zu den Hauptursachen für Hörverlust in der Kindheit gehören "Randbedingungen zum Zeitpunkt der Geburt, Infektionen, Erkrankungen des Ohrs, Lärm und Medikamente". Die WHO "schätzt, dass rund 60% der Hörverluste im Kindesalter durch Präventionsmaßnahmen vermieden werden könnten"!

Professor Chadha erwähnte in ihrem Vortrag über Themen, die in Zukunft in Angriff genommen werden sollten, auch die Ototoxizität. Neben dem Seminar hatte Prof. am Zehnhoff-Dinnesen die Gelegenheit an einer informellen Sitzung teilzunehmen, um mögliche Themen für die Prävention von Gehörlosigkeit und Hörverlust zu diskutieren und betonte die Bedeutung der Ototoxizität, insbesondere durch Chemotherapie mit Platinprodukten, aber auch bei Frühgeborenen durch Aminoglykoside und Diuretika und nach Anwendung von Antimalaria-Medikamenten und nach HIV / AIDS-Therapie.

"Ich hatte die Gelegenheit, Alarcos Cieza und Shelly Chadha PanCareLIFE Broschüren  zu übergeben", freut sich Prof. am Zehnhoff-Dinnesen. Professor Cieza und Professor Chadha, die hervorragende Arbeit für Gehörlose und Hörgeschädigte leisten, interessieren sich für die Ziele des PanCareLIFE-Projekts und schätzen die Unterstützung der EU bei der Untersuchung von Risikofaktoren bei der Verstoffwechslung von Platinprodukten und klinischen Begleitparametern, als Grundlage für präventive Maßnahmen.

Münsteraner Elternprogramm

zur Kommunikationsförderung bei Säuglingen und Kleinkindern mit Hörschädigung

Seit 2009 bietet unsere Klink für Eltern hörgeschädigter Säuglinge und Kleinkinder das Münsteraner Elternprogramm an. Mit der Einführung des universellen Neugeborenen-Hörscreenings werden kindliche Hörschädigungen inzwischen erfreulich früh entdeckt. Neben der zeitnahen Versorgung mit einer technischen Hörhilfe spielt die Beratung der Eltern für die Hör- und Sprachentwicklung des Kindes nachweislich eine wichtige Rolle. Diese Diagnose kommt für die Eltern häufig überraschend und kann erfahrungsgemäß die natürliche Kommunikation mit ihrem Kind verändern, die aber wichtig für eine erfolgreiche Hör-und Sprachentwicklung ist.

Das Münsteraner Elternprogramm fördert die frühe Eltern-Kind-Kommunikation durch

  • intensive Anleitung der engsten Bezugspersonen
  • Bewusstmachung und Intensivierung von zumeist intuitiv verwendeten
    sprachfördernden Verhaltensweisen
  • Vermittlung des natürlichen frühen Sprachlernprozesses
  • soziale Unterstützung durch andere betroffene Eltern

Die Förderung der kindlichen Hör- und Sprachentwicklung im familiären Alltag steht im Vordergrund. Unser Ansatz ist „natürlich hörgerichtet kommunikationsorientiert“.

Es handelt sich um ein auf drei Monate begrenztes Angebot für die Eltern, welches die häusliche Frühförderung durch die Sonderpädagogen der zuständigen Förderschule für Hören und Kommunikation inhaltlich ergänzt. Das Münsteraner Elternprogramm richtet sich an folgende Familien:

  • es besteht eine möglichst frisch diagnostizierte Hörstörung des Kindes (vor max. 9 Monaten, auch im Rahmen einer Mehrfachbehinderung) und
  • die Hörstörung erfordert Hörgeräte oder Cochlea Implantate (ein- oder beidseitig) und
  • das Alter des Kindes beträgt 3 Lebensmonate bis max. 18 Monate und
  • das Kind spricht noch nicht (maximal wenige Einzelwörter) 

Einen Informationsflyer zum Elternprogramm finden Sie PDF hier (2.7 MB)

Publikationen und Elternberichte zum Münsteraner Elternprogramm finden Sie PDF hier (84 KB)

Für alle weiteren Fragen stehen wir Ihnen telefonisch zur Verfügung.
Kontakt & Information: 0251 - 83 56859

 

Wenn Sie als Fachkraft der Hörfrühförderung an einer zertifizierten Weiterbildung interessiert sind, kontaktieren Sie uns unter muensteraner.elternprogramm (at) uni-muenster (dot) de.

Neugeborenen-Hörscreening für Westfalen-Lippe


Von 1000 Kindern kommen 2-3 mit einer höhergradigen Hörstörung zur Welt. Wird eine Hörstörung monatelang oder gar jahrelang nicht entdeckt, kann sich dies auf die gesamte Entwicklung negativ auswirken: Nur wenn ein Kind hören kann, lernt es, normal zu sprechen.

Vor allem die ersten Lebensmonate sind für das Hören von entscheidender Bedeutung, da sich in dieser Zeit die Hörbahn entwickelt. Je länger der Hörverlust unentdeckt bleibt, desto schwieriger wird es für das Kind, den Rückstand in der Sprachentwicklung aufzuholen. Erkennt man die Hörstörung sehr früh, so kann man dem Kind heute durch moderne Hörgeräte-Technologie und frühe Förderung den Start ins Leben wesentlich erleichtern.

Um eine solche Frühförderung überhaupt zu ermöglichen, initiierte unsere Klinik eine Hörscreening-Zentrale zum Neugeborenen-Hörscreening in Westfalen-Lippe. Es handelt sich dabei um ein Verbundprojekt der Pädaudiologen in Westfalen-Lippe mit der Klinik und Poliklinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, das sich ein qualitätsgesichertes und flächendeckendes Neugeborenen-Hörscreening in Westfalen-Lippe zum Ziel gesetzt hat.

Neugeborene haben ab dem 1.1.2009 einen gesetzlichen Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Hörstörungen als Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Wir begleiten Kinder und Eltern, bis die Hörfähigkeit des Kindes abschließend geklärt ist und unterstützen Kliniken beim Aufbau eines Neugeborenen-Hörscreenings oder der Anpassung der internen Verfahrensabläufe an die gesetzlichen Anforderungen.

Weitere Informationen zum Neugeborenen-Hörscreening in Westfalen-Lippe finden Sie auf der Homepage des Projektes unter www.hoerscreening-wl.de. 

Das Konsensus-Papier der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie zum Universellen Neugeborenen-Hörscreening finden Sie PDF hier (76 KB).

Was Sie über die Hör- und Sprachentwicklung Ihres Kindes wissen sollten: PDF Von Anfang an... (144 KB)

Ausgezeichnet mit dem Gesundheitspreis NRW 2010

Cochlea-Implantat-Centrum Münsterland (CCIC-Münsterland)


Seit 1991 werden am Universitätsklinikum Münster gehörlose Kinder und ertaubte Erwachsene mit einer elektronischen Innenohrprothese (Cochlea-Implantat) versorgt. Dabei wird eine elektronische Hörhilfe zur Stimulation des Hörnervs in das Innenohr implantiert. Von einem Sprachprozessor aufbereitete akustische Signale werden durch die Haut zu den Elektroden weitergeleitet, so dass Höreindrücke entstehen.
Ein Team aus unterschiedlichen Berufsgruppen führt die notwendigen Voruntersuchungen durch und begleitet Sie bei der Entscheidungsfindung. Nach der Operation führen wir bei Ihnen oder Ihrem Kind die individuelle technische Einstellung der Geräte durch und begleiten Sie durch eine intensive Hör-Sprach-Förderung auf dem Weg zum „Hören lernen“.
Weitere Informationen zum Cochlea-Implantat-Centrum Münsterland finden Sie hier.