Forschungsschwerpunkt: Angsterkrankungen

PROTECT-AD: Providing Tools for Effective Care and Treatment of Anxiety Disorders

Allgemeine Informationen

Das Projekt  PROTECT-AD : Providing Tools for Effective Care and Treatment of Anxiety Disorders ist Teil des Programms „Forschungsnetz für psychische Erkrankungen“, welches durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.

Ziel der Studie, die auch an anderen Standorten in Deutschland durchgeführt wird,  ist die Erforschung genetischer, neuronaler und psychophysiologischer Grundlagen der Angsterkrankungen. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht eine intensivierte ambulante Psychotherapie mit Übungen, die sich auf die angstauslösenden Reize beziehen, deren Wirksamkeit anhand dieser multimodalen Aspekte untersucht werden soll. In früheren Förderperioden wurde schwerpunktmäßig die Panikstörung mit und ohne Agoraphobie untersucht, nun wird das Spektrum um weitere Angsterkrankungen wie die soziale Phobie und spezifische Phobien erweitert. Das Projekt wird insgesamt vier Jahre gefördert. Wir freuen uns über die damit bestehende Möglichkeit der Erweiterung unseres  ambulanten therapeutischen Angebotes für Patienten, die von der intensiven und kurzen Therapie ohne lange Wartezeiten profitieren sollen.
Die Behandlung für die Patienten nach einer intensiven psychologischen Diagnostik durch unser geschultes Personal bzw. in Zusammenarbeit mit dem Ausbildungsinstitut APV Münster und niedergelassenen Therapeuten, besteht in einer auf der kognitiv-behavioralen Therapie (Verhaltenstherapie) basierenden Herangehensweise, in der neben der Vermittlung von Informationen über die Erkrankung intensive Übungen stattfinden werden. Die Behandlung dauert etwa 6 Wochen bzw. 12 Wochen. Es findet nach 2,4 und 6 Monaten je eine Nachuntersuchung statt.
Zu dem Projekt gehören weitere Untersuchungen, wie z. B. eine Magnetresonanztomographie vom Kopf (MRT) vor und nach der Therapie, Blutentnahmen für eine genetische Untersuchung sowie psychologische Tests am Computer incl. einer Aufgabe zur virtuellen Realität.

Behandlung

Wer kann im Rahmen des Forschungsprojektes behandelt werden
Menschen mit den folgenden Erkrankungsbildern können im Rahmen des Projektes behandelt werden:

  • Panikstörung mit/ohne Agoraphobie
  • Soziale Phobie
  • Mehrere spezifische Phobien (z. B. Höhen oder Tiere)

Was beinhaltet die Behandlung

  • Standardisierte psychologische Diagnostik
  • Informationsvermittlung über Angsterkrankungen
  • Intensive Kurzzeit-Therapie über 6 oder 12 Wochen mit Übungen 
  • Nachsorgetermine

Welche weiteren Studienteile gehören zum Forschungsprojekt
Alle Teilnehmer durchlaufen folgende Untersuchungen:

  • Blutentnahme für genetische Untersuchungen
  • Magnetresonanztomographie vom Kopf
  • Neuropsychologische Untersuchungen incl. virtueller Realität

Teilnahme

Leider können aus Gründen der Vergleichbarkeit nicht alle Patienten in die Studie aufgenommen werden.
Über weitere Ein- und Ausschlusskriterien werden Sie im Folgenden informiert.

Wer kann teilnehmen

  • Patienten mit einer der oben angeführten Angsterkrankungen
  • Patienten im Alter von 18 bis 70 Jahren
  • Patienten mit ausreichenden deutschen Sprachkenntnissen

Wer kann leider nicht teilnehmen

  • Patienten mit Missbrauch von Substanzen
  • Patienten mit schweren körperlichen Erkrankungen (z. B. Multiple Sklerose, Epilepsie)

Weitere Informationen

Wichtige Vorteile

  • Kosten werden von den Krankenkassen getragen
  • Durchführung einer effizienten, evidenzbasierten Therapie
  • Keine langen Wartezeiten

Wichtige Information zum Datenschutz
Alle personalisierten Daten zum Forschungsprojekt werden anonymisiert behandelt. Daten, die wir an weitere teilnehmende Forschungszentren weitergeben, lassen keinen Schluss auf Ihre Person zu. Zugang zu Ihren persönlichen Daten hat nur das autorisierte Studienpersonal vor Ort, und nur so lange die persönlichen Daten für die Auswertung benötigt werden. Alle Daten werden nach 10 Jahren gelöscht.
Anhand der genetischen Untersuchung im Rahmen der Studie können keine Rückschlüsse auf individuelle Erblichkeit oder Krankheitsverläufe erzielt werden. Es handelt sich um den ersten Versuch, genetische Voraussetzungen mit der Wahrscheinlichkeit für das Ansprechen auf eine Therapie in Beziehung zu setzen, um in Zukunft Therapieformen besser anpassen zu können.

 Ablauf

  • Anmeldung über die angegebene Adresse
  • Rückruf durch einen geschulten Mitarbeiter und Abklärung der grundsätzlichen Eignung
  • Termin(e) in der Ambulanz mit Diagnostik
  • Beginn der Behandlung und der Studie über 6 bzw. 12 Wochen
  • Nachuntersuchung nach 2, 4 und 6 Monaten

Weitere Informationen finden Sie im offiziellen Webauftritt des Projektes Protect-AD oder in unserem PDF Flyer (1.7 MB).

Team

Leitung Münster
Priv.-Doz. Dr. med. K. Kölkebeck, Klinische Leitung
Prof. Dr. phil. Dr. med. U. Dannlowski
Prof. Dr. med. V. Arolt


Mitarbeiter

S. Schauenberg, Dipl.-Psychologe
Dr. rer. medic. N. Weber, M.A., M.Sc. Psych.
S. Wriedt, M.Sc. Psych.


Kooperationspartner

APV Münster
Herr Dipl.-Psych. Patrick Otto
IPP Münster
Herr Dipl.-Psych. Dirk Gottschalk

 
 
 
 
 
 
 

Kontakt

PD Dr. med. Katja Kölkebeck
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Telefon: 02 51/ 83 - 8356601
E-Mail: protect-angst(at)­ukmuenster(dot)­de

Albert-Schweitzer-Campus 1
Gebäude A9
(ehem. Albert-Schweitzer-Str. 11)
48149 Münster

Anfahrt mit Google Maps