02.06.16ukm/lie

Neue Perspektiven schaffen: Kunsttherapie für Patienten mit Hirntumoren

Welthirntumortag am 8. Juni: Die Begleittherapien des UKM Hirn-tumorzentrums helfen Jasmine Rüther, sich auch im Lebensalltag mit der Erkrankung wieder mehr zuzutrauen.

Bild: In der ausgestellten Bilder-Serie „Ein Winter“ setzt sich Jasmine Rüther mit ihrer Krankheitsgeschichte auseinander.

„Die Collagen sind in einer Zeit entstanden, in der sonst nichts mehr ging.“ Jasmine Rüther hat die Beschäftigung mit Kunst in einer körperlich wie seelisch äußerst belastenden Situation sehr geholfen: Im Herbst 2014 wurde bei ihr ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert, ein sogenanntes Oligodendrogliom. Während ihrer Therapie im Hirntumorzentrum des UKM (Universitätsklinikum Münster) erfuhr die heute 35-Jährige von den besonderen Angeboten für Patienten: den Begleittherapien, zu denen neben Gesprächs- und Sportangeboten auch die Kunsttherapie gehört. „Die Diagnose Hirntumor löst bei den meisten Menschen große Angst und Unsicherheit aus“, weiß Neurochirurgin und Psychoonkologin Privat-Dozentin Dr. Dorothee Wiewrodt. Während es gegen die körperlichen Beschwerden eine Reihe von Therapien gebe, blieben die psychischen Probleme häufig außen vor.
„Eigentlich wollten mein Partner und ich gerade mit der Familienplanung starten“, blickt Rüther zurück. Vorher wollte sie allerdings noch eine Sache abklären lassen: „Schon seit ein paar Monaten gab es manchmal Situationen, in denen mir das gerade Erlebte irgendwie irreal vorkam. Ich dachte, das sei eine Reaktion auf Stress. Heute weiß ich, dass das sogenannte psychische Auren waren.“ Die Hausärztin wurde hellhörig, es folgten EEG, MRT und schließlich die Diagnose Hirntumor, die die junge Frau und ihren Partner völlig unvorbereitet traf. Einen Monat später wurde sie am UKM operiert.

In der fünfteiligen Bilder-Serie „Ein Winter“, die derzeit in der Klinik für Neurochirurgie ausgestellt ist, setzt sich die junge Frau mit ihrer Krankheitsgeschichte auseinander. Ein Mädchen wird von „Dem Kraker“ verfolgt, der mit seinen Tentakeln an den infiltrierenden Tumor erinnert. „Trotz des ernsten Hintergrundes steckt in jeder Arbeit von Jasmine immer auch eine Möglichkeit“, weiß Kunsttherapeutin Prof. Dr. Monika Wigger. So stehen dem Mädchen in den Bildern verschiedene Figuren beschützend beiseite.

„Bilder zu gestalten kann dabei helfen, wieder Ordnung herzustellen, vor allem dann, wenn das Leben aus den Fugen gerät“, erklärt Wigger die Bedeutung des Angebots.  Interessierte Patienten haben die Möglichkeit, bereits im Krankenzimmer sowie nach der Entlassung in einer ambulanten Gruppe in der Malwerkstatt Münster oder während eines Workshops im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster kreativ zu werden. „Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Neugier genügt“, betont die Kunsttherapeutin. Die regelmäßigen Treffen bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, wieder das Vertrauen in das eigene Können zu stärken und neue Perspektiven zu schaffen.
„Wenn die alltäglichsten Dinge, wie die Spülmaschine komplett auszuräumen, nicht funktionieren, nimmt man sich nicht viel vor – erst recht keine schönen Dinge“, so Jasmine Rüther. „Aber dann sind wir mit der Gruppe ins Picasso-Museum gegangen. Es war, als müssten wir nur die ausgestreckte Hand ergreifen. Das war ein Schritt zurück ins Leben.“

Kontakt
Privat-Dozentin Dr. Dorothee Wiewrodt
Tel. 0251 83-48305; E-Mail: dorothee.wiewrodt(at)­ukmuenster(dot)­de

Sie wollen helfen?
Die Angebote der Kunsttherapie wie auch weiterer begleitender Therapien stellen eine besondere Leistung dar und sind dank der Unterstützung durch den Förderverein ZNS (Zentrales  Nervensystem) für die Teilnehmer kostenfrei. Damit diese Therapieangebote auch künftig möglichst vielen Hirntumorpatienten zugutekommen, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen:
Spendenkonto des Fördervereins ZNS
Sparkasse Münsterland Ost
IBAN: DE96 4005 0150 0051 0128 62
BIC: WELADED1MST

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